29.08.2011, 19:39 Uhr
In New York trauen sich die Menschen wieder aus ihren Häusern (Quelle: dapd)
Nach Wirbelsturm "Irene" hat an der nordamerikanischen Ostküste das große Aufräumen begonnen. Tausende Straßen sind noch überschwemmt, Millionen Haushalte weiter ohne Strom, berichten US-Medien. Bei den gewaltigen Unwettern in mehr als zehn Staaten kamen nach einem Bericht des "Wall Street Journals" mindestens 28 Menschen ums Leben. Die Schäden gehen in die Milliarden. Die Metropole New York kehrt nur langsam zur Normalität zurück. Weiter nördlich kämpft in Kanada die Bevölkerung noch mit tosenden Fluten und Windböen.
In den kanadischen Provinzen Quebec und New Brunswick sind mehr als 250.000 Menschen ohne Strom, berichten örtliche Medien. Auch die zweitgrößte Stadt des Landes, Montreal, lag zeitweise im Dunkeln. Dort waren mehrere Bäume umgestürzt. Der Flugverkehr wurde teilweise eingestellt. In der östlichen Provinz Nova Scotia riet die Katastrophenschutzbehörde den Menschen, sich gut vorzubereiten und Lebensmittel für drei Tage bereit zu halten.
In der Küstenstadt hat man versucht aus der Katastrophe zu lernen. zum Video
New York ist dagegen glimpflich davongekommen. Vereinzelt wurden Straßen überschwemmt und Bäume entwurzelt. Am internationalen Flughafen John F. Kennedy starten und landen wieder Flugzeuge. Am Dienstag soll der Airport den Normalbetrieb aufnehmen. Die Lufthansa erwartete bei US-Flügen keine Probleme mehr. Alle Strecken würden wieder normal geflogen, sagte ein Sprecher.
Präsident Barack Obama warnte die Amerikaner vor einem zu schnellen Aufatmen: "Ich will unterstreichen, dass die Auswirkungen des Sturms noch für einige Zeit zu spüren sein werden." Die größten Sorgen bereiteten die Überflutungen in vielen Bundesstaaten und die massenhaften Stromausfälle.
Nördlich von New York im Bundesstaat Vermont sind in der Hauptstadt Wilmington hunderte Straßen gesperrt, berichtet der Sender CNN. Einige Häuserfundamente hatten die reißenden Fluten einfach weggespült, Brücken stürzten ein. Einige kleine Städte seien vollkommen überschwemmt worden.
Eine Frau wurde von den Fluten weggerissen und wird seitdem vermisst, sagte Gouverneur Peter Shumlin dem Sender. Etliche Rettungskräfte hatten sich vorsorglich überall in der Stadt verteilt. In Philadelphia wird laut CNN ein Mann vermisst. Dort stieg das Wasser teilweise auf die Höhe von Straßenschildern. Zwei Gebäude stürzten ein, so CNN.
Die Versicherungen könnten nach aktuellen Schätzungen nach dem Tropensturm "Irene" mit einem blauen Auge davonkommen: Experten schätzen die versicherten Schäden auf 2,6 bis 7 Milliarden Dollar. Dagegen könnte die Gesamtschadenssumme an der US-Ostküste bei bis zu 20 Milliarden Dollar liegen.
"Irene" hatte das ganze Wochenende an der US-Ostküste getobt und auf ihrem Zug in den Norden die Millionenmetropole New York lahmgelegt. Der Sturm hatte zeitweise Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometer. Die meisten Menschen starben in den Bundesstaaten North Carolina und im benachbarten Virginia. In der gesamten Region waren zeitweise mehr als vier Millionen Menschen ohne Strom.
Der Sender NBC Washington berichtete, einige Städte im Norden der Ostküste müssten noch einige Tage ohne Strom auskommen. An der ganzen Ostküste waren hunderte Teams der Stromversorger unterwegs, um die Kabel zu flicken. Die noch oberirdisch an Holzmasten verlegten Leitungen sind zwar ein leichtes Opfer für Stürme, zugleich erleichtert das aber Reparaturen.
Quelle: dpa
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