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2011 - das Wetterjahr der Extreme

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2011 - das Wetterjahr der Extreme

03.01.2012, 14:39 Uhr

Die Pegel am Rhein wie hier in Köln erreichten wegen der extremen Trockenheit rekordverdächtige Niedrigstände (Quelle: dapd)

Die Pegel am Rhein wie hier in Köln erreichten wegen der extremen Trockenheit rekordverdächtige Niedrigstände (Quelle: dapd)

Kalter Winter, warmer Frühling, verregneter Sommer und goldener Herbst: Das Wetterjahr 2011 hatte einiges zu bieten. "Insgesamt war es 2011 etwa 1,4 Grad wärmer als im langjährigen Durchschnitt", sagte Thomas Globig vom Wetterdienst Meteomedia gegenüber wetter.info. Das klingt zwar wenig, aber damit zählt 2011 zu den fünf wärmsten Jahren seit 1881. "2010 war zum Beispiel deutlich kälter."

Schuld daran waren vor allem der milde Frühling und der Herbst mit seinen spätsommerlichen Temperaturen. "Die Übergangsjahreszeiten waren schon außergewöhnlich", so Globig. Auf eine fast ununterbrochene Hochdruckwetterlage im März folgte der zweitwärmste April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, der uns außerdem mit viel Sonnenschein verwöhnte. "Der April hat den Sommer fast vorweg genommen", sagte der Wetterexperte.

Anfang Mai folgte ein kleiner Wermutstropfen: Ein kurzer, aber heftiger Kälterückfall. Vor allem Wein- und Obstbauern hatten durch frostige Temperaturen Schäden zu beklagen. In Roth bei Nürnberg wurden am 4. Mai minus vier Grad gemessen, am Tag darauf waren es in Berlin minus 3,6 Grad. "Das hat natürlich heftig auf die Pflanzenwelt gewirkt."

Fünfmal zu viel Regen

"Dann kam der Sommer, der kein Sommer war", fasste der Meteorologe das subjektive Empfinden vieler Menschen zusammen. "Gerade den Juli haben die meisten wahrscheinlich schon aus ihrem Gedächtnis gelöscht." Wenig Sonne, viel Regen und Temperaturen unter dem Durchschnitt - so hatte sich niemand den Sommer vorgestellt. Besonders hart traf es die Deutschland-Urlauber. An der Ostsee gab es mancherorts neue Niederschlagsrekorde. "Die Region ist eigentlich sonnenverwöhnt, aber in den Sommermonaten 2011 hat man dort heftig nasse Füße bekommen", sagte Globig. So regnete es in Warnemünde fast fünfmal so viel wie normalerweise in einem Juli. Zinnowitz auf Usedom erreichte sogar 513 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags.

Hitzewelle Ende August

"Der August hat dann versucht, noch was aus dem Sommer rauszuholen", so Globig. "Es gelang ihm aber nicht besonders gut." Immerhin brachte eine kurze Hitzewelle Ende des Monats die Höchstwerte des Jahres: Knapp 37 Grad wurden sowohl in Rheinfelden als auch in Stuttgart gemessen.

Die Entschädigung für die miesen Sommermonate folgte prompt: "Im September und Oktober gab es Sommertemperaturen", sagte Globig. Der Meteorologe erinnerte sich aber auch an das schwere Unwetter in Sachsen-Anhalt am 11. September, als Menschen auf der A 14 festsaßen und mit Schlauchbooten aus ihren Autos befreit werden mussten.

November viel zu trocken

Ein weiteres Wetterextrem folgte bald: Der trockenste November aller Zeiten. "Die Regenmengen lagen verbreitet im Tropfenbereich", sagte Globig. Teilweise regnete es wochenlang überhaupt nicht. Der sonst so graue Monat hatte weitere Rekorde im Gepäck: Auf der Zugspitze schien im November häufiger die Sonne als im Juli, und im Thüringer Wald war der November der sonnigste seit Aufzeichnungsbeginn. Der Dezember brachte schließlich wieder mehr Niederschlag, aber noch nicht den von vielen erhofften Winter bis ins Flachland.

Aber wie das mit Statistik so ist: Am Ende eines Jahres voller Extreme pendelt sich 2011 statistisch gesehen wieder im Durchschnitt ein. In Sachen Niederschlag erreichte das Jahr knapp den üblichen Mittelwert. Absoluter Spitzenreiter in Sachen Niederschlag ist die Station auf der Winklmoos-Alm: Hier kamen von Januar bis Dezember insgesamt 1958 Liter Regen zusammen. "Das klingt viel, ist für diese Gegend am Alpenrand aber vergleichsweise normal", ordnete Globig ein.

Die tiefsten Temperaturen des Jahres datieren noch aus den Monaten Januar und Februar. In Morgenröthe-Rautenkranz in Sachsen wurden am 23. Februar minus 21,4 Grad gemessen. Die Station am Funtensee in den Alpen maß am 23. Januar gar minus 41,2 Grad und stellte damit den Jahresrekord im Hochgebirge auf.

Und auch wenn sich zumindest der Sommer gar nicht danach angefühlt hat: 2011 war das drittsonnigste Jahr seit Beginn der Messungen - nur 1959 und 2003 schien die Sonne noch häufiger. Sonnensieger wurde Görwihl-Segeten in Baden-Württemberg mit insgesamt 2448 Sonnenstunden.

Quelle: wetter.info, sr


 

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