09.08.2010, 15:05 Uhr
Das Schloss im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist von Hochwasser eingeschlossen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Nach einem Deichbruch haben die Wassermassen der Neiße zwei vor Bad Muskau liegende Dörfer überflutet. Es handelt sich um Podrosche und Sagar. "Sie stehen unter Wasser", sagte Andreas Johne vom Katastrophenschutzstab des Landkreises Oberlausitz-Niederschlesien. Betroffen ist auch das UNESCO-Welterbe Fürst-Pückler-Park, das zu einem Teil in der Stadt Bad Muskau liegt.
Johne schätzte den Wasserstand der Neiße auf mehr als sieben Meter. Der normale Wasserstand liege bei knapp einem Meter. In Bad Muskau, etwa 50 Kilometer nördlich von Görlitz, hatten Helfer vorsorglich rund 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Leiter des Katastrophenstabes Thomas Gampe hatte mit einem Brechen der Deiche im Ortsteil Sagar gerechnet.
Ein Teil des UNESCO-Welterbes Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist überflutet worden. Der Schlosspark steht zur Hälfte unter Wasser. Neues Schloss und Orangerie sind von Wasser umgeben, höher gelegene Teile der Anlage blieben zunächst verschont. Die Mitarbeiter der Parkstiftung hatten das Gelände am Mittag verlassen müssen, da die Lage zu gefährlich geworden sei, sagte Sprecherin Cornelia Wenzel. Seit Samstag hatten sie Gebäude mit Sandsäcken geschützt und wertvolle Gegenstände in Sicherheit gebracht. Die Behörden gehen davon aus, dass das derzeitige Wasserniveau über zwölf Stunden so bleibt.
Deutlich früher als erwartet ist an der Lausitzer Neiße in Brandenburg die höchste Alarmstufe erklärt worden. Das aus Sachsen kommende Hochwasser steigt dort nun schneller als erwartet. Die höchste Alarmstufe hatten die Experten im Hochwassermeldezentrum zunächst für den Abend vorausgesagt. Kurz nach 13 Uhr wurde am Pegel Klein Bademeusel jedoch ein Wasserstand von 4,74 Meter gemessen, teilte das Hochwasserzentrum Cottbus mit. Damit ist die Neiße in diesem Bereich seit Mitternacht um mehr als 1,90 Meter gestiegen.
In den anderen vom Hochwasser betroffenen Regionen konnten die Menschen dagegen wieder vorsichtig aufatmen. In Zittau, Görlitz und Rothenburg fielen die Pegelstände der Neiße: Dort kehrten viele Menschen in ihre Häuser zurück. Das wegen Überflutung abgestellte Wasserwerk Görlitz nahm den Betrieb wieder auf. Auch die Stromversorgung funktionierte zum Großteil wieder.
Entgegen früherer Befürchtungen gibt es auch beim Wetter vorerst Entwarnung: "Bis zum Ende der Woche wird es keine Verschärfung der Hochwasserlage durch neue Regenfälle geben", sagte Fabian Ruhnau von der Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. Punktuell könnten zwar noch mal kräftige Schauer oder Regenfälle herunter kommen, "das sind aber keine extremen Mengen mehr", beruhigte der Meteorologe. Am Dienstag bleibe es in den betroffenen Gebieten sogar meist trocken.
Die Neiße war in der Nacht zum Sonntag nach einem Dammbruch in Polen rasend schnell angestiegen, der Pegel in Görlitz binnen drei Stunden um vier Meter geklettert. Polnische und deutsche Experten werden in den nächsten Tagen zusammen die Mauer untersuchen, um die Gründe für den Bruch herauszufinden.
Angesichts des Hochwassers hat der Landkreis Görlitz an die Bevölkerung appelliert, die Helfer nicht durch Katastrophentourismus zu behindern. Mehr als 1000 Menschen seien derzeit im Einsatz, um den Schaden zu minimieren, sagte der Sprecher des Katastrophenstabes Johne.
Im Erzgebirge und in Chemnitz hat nach der Flut vom Wochenende das Aufräumen begonnen. Am Dienstag sollen die Flussläufe von Geröll und Baumstämmen befreit werden. Bei dem plötzlichen Hochwasser waren in Neukirchen im Erzgebirge drei Menschen gestorben. Sie ertranken in einem Keller bei dem Versuch, Waschmaschinen in Sicherheit zu bringen.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich besuchte am Montag die Krisenregion. Der CDU-Politiker wehrte sich gegen Vorwürfe, der Freistaat tue zu wenig für den Hochwasserschutz: "Diese Kritik teile ich nicht", sagte er nach Angaben seines Sprechers. Sachsen habe nach der Flutkatastrophe 2002 rund zwei Milliarden Euro in den Hochwasserschutz investiert: Deiche seien verlegt, saniert und neu gebaut worden. "Aber einen absoluten Hochwasserschutz kann es nicht geben", sagte Tillich. Auch die Behörden und Katastrophenschutz-Kräfte vor Ort hätten schnell und effektiv reagiert.
Auch in Osteuropa kämpfen viele Menschen weiter mit den Folgen des Hochwassers: In Polen war die 18.000-Einwohner-Stadt Bogatynia besonders schwer betroffen: Mehrere Häuser stürzten dort ein. Auch in Teilen von Zgorzelec, der Nachbarstadt von Görlitz, stand das Wasser zwischen den Häusern. In Tschechien mussten ebenfalls tausende Menschen am Wochenende in Notquartieren übernachten, nachdem mehrere Ortschaften überflutet worden waren. Etliche wurden mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser gerettet und in Sicherheit gebracht - unter anderem von Luftrettern aus Deutschland.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Wassermann schrieb:
am 10. August 2010 um 17:53:24
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Deiche
Seit Jshren immer das Gleiche. Überschwemmumgen? Das es das gibt wußten wir micht .Die Deiche waren immer schon da. Wir dachten, die
baut Mutter Natur für uns. Schlaft weiter ! Auch in Köln,am ganzen Rhein und auch in Bayern.
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karlfranz schrieb:
am 9. August 2010 um 19:33:23
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sicherheit
sollte man vielleicht auch früher herstellen,die Natur hat uns ja schon sehr oft gewarnt,aber alle Zeichen werden nicht
verstanden.Nicht wir können uns die Natur Untertan machen,es ist genau umgekehrt.Aber leider wird das viel zu oft vergessen.Naja,ich hoffe das wir irgendwann mal etwas daraus lernen und versuchen uns rechtzeitig zu schützen,denn die Kraft des Wassers ist unberechenbar.Ich bin aber kein Grüner,der gegen alles ist.
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Spaten u.Schaufen schrieb:
am 9. August 2010 um 19:25:16
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an karlfranz schrieb
Da hast Du natürlich recht. Ich hatte auch mehr an das Hochwasser in Görlitz gedacht, das ja wohl sehr schnell die
Stadt erreicht hat. Konnte mir nicht vorstellen da noch etwas zu verhindern.
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