Eisig sieht die Landschaft im Sauerland bei Breckerfeld aus (Foto: ddp)Der Winter hat Deutschland so fest in seinem eisigen Griff, dass mancherorts schon das Streusalz auszugehen droht. Zumindest melden einige Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, dass sie sparsam mit ihren Vorräten umgehen wollen. Das scheint nötig, denn Väterchen Frost gibt sich im neuen Jahr hartnäckig: Diese Woche bleibt's auf jeden Fall winterlich - auch für die etwas fernere Zukunft sieht es nicht nach milderem Wetter aus.
Die Stadt Münster teilte mit, man habe von Lieferantenseite erfahren, dass "Städte und Gemeinden in nächster Zeit" zunächst kein Streusalz bekämen. Vorrangig würden die Streudienste von Autobahnen beliefert, wie der Lieferant Esco aus Hannover auch bestätigte. Münster werde nun mit den Salzvorräten "sparsam haushalten" - "zudem versuchen wir, über andere Kanäle an Streusalz zu kommen. Die Preise steigen derzeit heftig", sagte eine Sprecherin. Auch andere Münsterland-Kommunen berichteten von Engpässen bei Bestellungen.
Tief verschneit ist der Hafen von Kirchdorf auf der Ostseeinsel Poel (Foto: dpa)
Schnee gegen Ende der Woche
Temperaturmäßig bleibt Deutschland erst einmal eine Tiefkühltruhe: nachts bis zu minus 20 Grad, und auch tagsüber klettert das Quecksilber nicht über den Gefrierpunkt. Gegen Ende der Woche erwarten die Meteorologen durch Tief "Daisy" dann auch noch neue, ergiebige Schneefälle - so dass ganz Deutschland dann endgültig einem Wintermärchen gleichen könnte.
Stabile Großwetterlage
Je weiter sie in die Zukunft blicken, desto vager sind Wetterprognosen zwar grundsätzlich, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch vergleichsweise hoch, dass es in Deutschland noch einige Zeit winterlich bleibt. Dafür sorgt die ungewöhnlich stabile Großwetterlage, die Deutschland derzeit beständig mit arktischen Luftmassen und bald mit Schneewolken aus dem Süden versorgt, milde Luft aus dem Westen aber blockiert.
Verkehr läuft gut
Die Lage auf Deutschlands Straßen ist trotz des Wetter jedoch erstaunlich ruhig. Die Autofahrer hätten sich ziemlich schnell auf die winterlichen Straßenverhältnisse eingestellt, lobte übereinstimmend die Polizei landauf, landab. Die Deutsche Bahn meldet nur noch vereinzelte Zugverspätungen aufgrund von Weichenstörungen, und auch die Situation an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main hat sich entspannt. Der Betrieb laufe wieder ohne Störungen, meldete der Flughafen-Betreiber Fraport.
Große Temperaturunterschiede
Nicht nur in Deutschland, fast überall in Europa ist es ungewöhnlich winterlich - bis nach Spanien und Italien. Die Alpen versinken im Schnee - die Lawinengefahr ist groß - und selbst in Venedig schneit es. Gleich um die Ecke, in der griechischen Ägäis und der südlichen Türkei ist es durch subtropischen Einfluss gleichzeitig frühlingshaft mild - mit Temperaturen von 20 Grad plus. Das ergibt tagsüber Temperaturunterschiede von 40 Grad in Europa: minus 20 in Nordschweden, plus 20 in Griechenland.