17.10.2011, 07:31 Uhr
Bangkok rüstet sich gegen das drohende Hochwasser. Ein Wall aus fast zwei Millionen Sandsäcken soll die Zwölf-Millionen-Metropole schützen.
Die Fluten in Thailand haben die Millionenstadt Bangkok erreicht. Das Wasser des durch Bangkok fließenden Chao-Praya-Flusses war wieder gestiegen, so dass Teile der Stadt überschwemmt wurden. Die Menschen standen teilweise knietief im Wasser. Das Zentrum der Metropole blieb aber verschont, weil Hochwasserdämme den Fluten standhielten. Die Situation sei unter Kontrolle, sagte Justizminister Pracha Promnok.
Besonders Viertel am Rande des Zentrums könnten am Wochenende noch stärker überschwemmt werden, warnten die Behörden. Betroffen seien vor allem die nördlichen und westlichen Gebiete. Kanäle im Osten und Westen der Stadt sollen die aus dem Norden des Landes kommenden Fluten in den Golf von Thailand leiten.
Fluten in Höhe von 2,3 bis 2,4 Meter würden erwartet, hieß es. Die Schutzwälle mit 2,5 Metern seien somit sicher. Auch Präsidentin Yingluck Shinawatra äußerte sich zuversichtlich, dass das Zentrum der Stadt von den starken Fluten verschont bleiben würde: "Bangkok ist sicher", zitierte sie die Zeitung Bangkok Post. Autobahnen im Großraum Bangkok, die nach Norden führen, sind nicht befahrbar. Marinesoldaten waren noch dabei, Sandsäcke im Westen der Stadt aufzureihen. Die Behörden hatten keine Evakuierungen in Bangkok angekündigt.
Widersprüchliche Angaben zur Hochwasserlage hatten die Einwohner der thailändischen Hauptstadt am Donnerstag zutiefst verunsichert. Auslöser der Panik war eine Evakuierungsanweisung der Behörden für die nördlichen Vororte von Bangkok. Nach einem Deichbruch drohten Überschwemmungen von bis zu einem Meter Höhe, Bewohner einstöckiger Gebäude sollten sich in Sicherheit bringen, erklärten der für Hochwasserschutz zuständige Wissenschaftsminister Plodprasop Suraswadi und das Hochwasser-Warnzentrum.
Innerhalb weniger Minuten löste der Alarm auf dem Internet-Netzwerk Facebook eine Vielzahl panischer Botschaften aus. Kurz darauf nahm das Zentrum seine Warnung wieder zurück, entschuldigte sich und sorgte damit für weitere Verwirrung. Im Rathaus der Vorstadt Saimai gingen zahllose Anrufe besorgter Einwohner ein, auf den Straßen bildeten sich kilometerlange Staus. In aller Eile versuchten die Menschen, ihre Wohnungen mit Sandsäcken zu schützen.
Seit vergangener Woche sind die zentralen Provinzen Nakhon Sawan, Ayutthaya und Pathum Thani überschwemmt. Auch ein Industriegebiet in Ayutthaya, wo viele Hochtechnologie-Firmen angesiedelt sind, ist überflutet. Seit dem Wochenende stehen die antiken Stätten in Ayutthaya, etwa 90 Kilometer nördlich von Bangkok, unter Wasser. In einigen Regionen von Thailand scheint sich die Situation aber wieder zu bessern: In der nördlichen Provinz Chiang Mai waren einige Städte wieder weitgehend trocken.
Thailand erlebt seit mehr als zwei Monaten die heftigsten Regenfälle und Überschwemmungen seit Jahrzehnten, bisher kamen mehr als 280 Menschen ums Leben. Auch in den Nachbarstaaten Kambodscha und Vietnam kämpfen die Menschen gegen die Fluten. Auch dort starben bereits mehr als 200 Menschen.
Quelle: AFP , dpa
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