11.01.2008, 16:42 Uhr
Strahlend blauer Himmel über dem Gendarmenmarkt in Berlin (Quelle: dpa)Das Thermometer hat am Freitag in vielen Teilen Deutschlands wahrhaft frühlingshafte Temperaturen angezeigt. 14 Grad warm war es zum Beispiel in Freiburg, Saarbrücken oder Baden-Baden. Erstaunliche 17 Grad maßen die Meteorologen in Neuenburg am Oberrhein. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, das Saarland und Nordrhein-Westfalen erlebten überwiegend einen ungewohnt sonnigen Tag. "Im Südwesten Deutschlands war es durchschnittlich 2 bis 3,5 Grad zu warm", erklärte Meteorologin Juliane Pestel vom Wetterdienst Meteomedia.
Der Wind kommt von Süden
Der Grund für die hohen Temperaturen ist ein starker Südwind, der im Moment nach Deutschland kommt und generell das Quecksilber steigen lässt. Dazu kommen in Bergnähe so genannte Föneffekte - also warme und trockene Fallwinde. Gleichzeitig wird es andernorts aber knackig kalt: In Regensburg waren es minus 2 Grad, im niederbayerischen Fürstenzell minus ein Grad. "Wo es Nebel gibt, bleibt es eben kalt", erklärt Pestel.
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Noch kein Rekord
Trotzdem sind die Temperaturen an diesem Tag im Durchschnitt schon deutlich höher als sonst. Bis zum Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen reicht es aber freilich noch nicht: Die höchste Temperatur zwischen dem 11. und 20. Januar eines Jahres wurde mit 18,5 Grad am 12. Januar 1993 in München gemessen. Und auch schon früher gab es warme Januartage: 17,1 Grad maßen die Meteorologen etwa am 17. Januar 1918 in Aachen.
Nicht so warm wie letzter Winter
Der Winter 2007/2008 hatte andererseits gar nicht so lau angefangen. "Von Mitte Dezember bis Anfang Januar hatte es schon die passenden Temperaturen", sagt Meteomedia-Mitarbeiter Christian Brose. Gerade im Vergleich zum letzten Winter fällt der diesjährige schon wieder deutlich kälter aus. Neue Wärmerekorde seien vorläufig nicht in Sicht.
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Quecksilber geht wieder abwärts
Kommt also dieses Jahr der Frühling im Januar? Eher nicht: Für die Mehrzahl der Orte, die am Freitag zweistellige Temperaturen verzeichneten, geht es schon am Samstag wieder unter zehn Grad. Und wenigstens in den kommenden Tagen wird das noch so bleiben. In manchen Städten wird es sogar deutlich winterlicher: In Saarbrücken, Darmstadt oder Baden-Baden kann das Quecksilber sogar unter Null Grad fallen.
Schnee in Bagdad: Das gab es seit mindestens 100 Jahren nicht mehr (Quelle: Reuters)Bagdad im Schnee
Während es in Deutschland ungewöhnlich milde war, gab es andernorts einen winterlichen Rekord zu erzeichnen: In Bagdad fiel zum ersten Mal seit minedestens100 Jahren Schnee. Feine Flöckchen gingen am Freitagmorgen auf die irakische Hauptstadt nieder, sie schmolzen jedoch am Boden sofort wieder.
Winter im Irak besonders kalt
Das Phänomen entstehe durch das Zusammentreffen kalter und trockener mit warmen und feuchten Luftmassen, berichtete die irakische Wetterbehörde. Der Chef der Behörde, Daud Schaker, sagte, der Schneefall hänge mit den weltweiten Klimaveränderungen zusammen. Bagdad erlebt derzeit einen besonders kalten Winter, bei dem die Temperaturen nachts häufig um den Gefrierpunkt liegen. Tagsüber steigen die Temperaturen auf Werte um acht Grad.
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