28.02.2010, 14:20 Uhr
Die Unwetterzentrale warnt vor Sturm (Screenshot: unwetterzentrale.de)Das gewaltige Sturmtief "Xynthia" hat in Baden-Württemberg ein erstes Todesopfer gefordert. Auf der Schwarzwaldhochstraße nahe der Gemeinde Feldberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Dabei wurde nach Angaben der Polizei ein Mensch getötet und ein Insasse des Fahrzeugs schwer verletzt.
Das Tief "Xynthia" hinterließ bereits in Frankreich eine Spur der Verwüstung. Mindestens zwölf Menschen starben bei den Unwettern. Außerdem sind rund 800.000 Haushalte ohne Strom. Durch den Sturm sei die Versorgung der Haushalte gekappt worden, teilte der zuständige Stromversorger ERDF mit. Betroffen seien Haushalte in verschiedenen Regionen des Landes. Auf der Iberischen Halbinsel kamen bei Stürmen vier Menschen ums Leben.
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Gegen Abend fegen die Böen dann über Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Rheinland-Pfalz hinweg. Es sei mit Windgeschwindigkeiten von 100 bis 120 Kilometern zu rechnen. Mit dem heftigsten Wind sei gegen 17 bis 18 Uhr zu rechnen. Außerdem regnet es kräftig. Dieser geht laut Experten im Mittelgebirge in Schnee über. Auch in Deutschland muss mit Schneeregen gerechnet werden. In Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz meldet die Unwetterzentrale aufgrund des starken Windes jetzt schon Warnstufe rot.
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"Da können wieder Äste abknicken und Bäume umkippen", warnt Thomas Sävert von Meteomedia. Nach der Schneeschmelze und den Regenfällen der vergangenen Tage sei der Boden noch weich, die Wurzeln nicht so widerstandsfähig wie sonst. Doch reichten die zu erwartenden schweren Sturmböen nicht an die verheerenden Stürme "Kyrill" im Januar 2007 und "Emma" im März 2009 heran. Diese wüteten flächendeckend über weiten Teilen Deutschlands. "Xynthia" aber werde eher punktuell wirken: "Dann fällt hier mal ein Baum um, dann da."
Wegen zerborstener Glasscheiben ist der Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen vorrübergehend gesperrt worden. Dabei handle es sich um eine Sicherheitsmaßnahme, hieß es bei Bundespolizei und Flughafen. Der Sturm habe Scheiben zerspringen lassen und einige Scherben seien umher geflogen. Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt.
Auch auf dem Frankfurter Flughafen kam es zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen. Am frühen Nachmittag waren bereits 22 Starts und Landungen gestrichen worden. "Das wird noch zunehmen", sagte ein Sprecher. Bei starkem Wind dürfen aus Sicherheitsgründen deutlich weniger Flugzeuge pro Minute landen als normalerweise. Daher waren auch viele Maschinen verspätet.
Am wenigsten betroffen vom Wind ist laut Experten die Alpenregion. Dort herrsche zwar Föhn, dieser sei aber nicht so stark wie der Sturm. Am Montag tobe sich der Wind am heftigsten über der Ostsee aus. Dann zeigt sich in Deutschland auch schon ein wenig die Sonne. Die weitere Woche entwickelt sich nach Angaben von Meteomedia deutlich ruhiger. "Der Wind weht dann zwar noch kräftig aus West bis Nordwest, langsam kehrt aber Ruhe ein in die Wetterküche", sagt Globig. Die Sonne zeigt sich am Montag in Baden-Württemberg und Bayern. Hier liegen die Temperaturen laut Meteomedia zwischen acht und zehnGrad.
In der Nacht hingegen ist es relativ kalt. Meteorologe Globig rechnet aufgrund der Nässe auf den Straßen mit Glätte. Sowie die Wolkendecke aufreiße sei weiter Frost angesagt. Am Dienstag ziehen Graupelschauer über Deutschland. Die Temperaturen steigen am Rhein auf acht bis elf Grad. Am kältesten ist es laut Meteomedia in Ostholstein und Vorpommern. Dort werden nur drei bis vier Grad erreicht.
Quelle: wetter.info, dpa, to, afp
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