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Hochwasser in Thailand: Regierung fürchtet um Bangkok

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Regierung fürchtet um Bangkok

26.10.2011, 16:00 Uhr

Hochwasser in Bangkok - halten die Barrieren? Für Bewohner und Geschäftsleute heißt es jetzt nur noch: abwarten und hoffen (Quelle: Reuters)

Hochwasser in Bangkok - halten die Barrieren? Für Bewohner und Geschäftsleute heißt es jetzt nur noch: abwarten und hoffen (Quelle: Reuters)

Die Sorge, dass die Innenstadt der Zwölf-Millionen-Metropole Bangkok doch komplett überflutet wird, wächst. Selbst die Regierung Thailands, bisher für ihr zögerndes und beschwichtigendes Krisenmanagement kritisiert, warnt die Bevölkerung der Hauptstadt jetzt eindringlich. Mehr als 1000 Menschen, die am zweitgrößten Flughafen von Bangkok bereits in Notunterkünften untergebracht waren, ergriffen wegen der Wassermassen erneut die Flucht.

Das Hochwasser näherte sich immer weiter einem Terminal des Flughafens. Dort sind Zelte für rund 4000 Menschen aufgestellt, die vor dem Wasser aus ihren Häusern fliehen mussten.

Flughafen gesperrt

Der Flughafen Don Muang wird hauptsächlich für Inlandsflüge genutzt. Der Flugbetrieb wurde bereits eingestellt. Auf dem Flughafen ist das Hochwasser-Krisenzentrum der Regierung untergebracht, die auch weiterhin von dort aus die Rettungsmaßnahmen koordinieren will. Der Flughafen sei weiterhin über eine Straße zugänglich, sagte ein Sprecher.

In drei Gefängnissen rund um Bangkok wurden die Insassen in Sicherheit gebracht. Die Gefängnisbehörde konnte angesichts der nahenden Wassermassen nicht mehr für die Sicherheit der 800 Häftlinge garantieren.

Metropole könnte vier Wochen unter Wasser stehen

Das Hochwasser im Chao Phraya, dem größten Fluss Thailands, der durch den dicht besiedelten Westteil der thailändischen Hauptstadt fließt, hat am Mittwoch eine Rekordmarke von 2,40 Metern erreicht. Die Flutbarrieren sind 2,50 Meter hoch - noch halten sie.

Regierungschefin Yingluck Shinawatra rief die Behörden dazu auf, den Abfluss des Wassers aus den Überschwemmungsgebieten weiter zu beschleunigen. "Wir hoffen, dass die Innenstadtbereiche trocken bleiben", sagte sie. Anderenfalls könne die Stadt aber bis zu vier Wochen lang unter Wasser stehen. Und bei einem erwarteten Pegel von 2,60 Metern wird diese Gefahr immer wahrscheinlicher.

Besonders hoher Wasserstand erwartet

Das Grundproblem: Die nach heftigem Monsunregen angesammelten Wassermassen in den riesigen Überschwemmungsgebieten im Norden müssen in den Golf von Thailand im Süden abfließen - dazwischen liegt Bangkok. Im Golf von Thailand wird aber bei der Flut am Wochenende ein besonders hoher Wasserstand erwartet. Die Flut drückt üblicherweise Wasser in die Mündung des Chao Phraya und hebt den Wasserstand dort oft um bis zu zehn Zentimeter an.

Die Regierung hat die Tage von Donnerstag bis Montag zu Feiertagen erklärt. So brauchen viele Bangkoker nicht zu arbeiten und können die Stadt verlassen oder ihre Häuser und Wohnungen besser schützen.

Hotels rüsten sich gegen die Flut

Hotels in der Innenstadt bereiteten sich darauf vor, dass auch die belebte Sukhumvit Road überschwemmt werden könnte. Dazu gehört das Fünf-Sterne-Nai Lert Hotel im Herzen des Geschäftsviertels. "Wir haben alle tief liegenden Ausgänge zum Garten und Pool mit PVC-Platten geschützt und das mit Silikon abgedichtet", erklärte der deutsche Hotelmanager Torsten Pinter. Eine Küche wurde aus dem Untergeschoss auf die Höhe der Lobby verlegt. Die höher gelegenen Veranstaltungsräume werden zur Lagerung von Vorräten genutzt. "Bei der undurchsichtigen Nachrichtenlage bereiten wir uns auf alles vor", sagte Pinter.

Chaos beim Krisenmanagement

Derweil hat sich das Hochwasser dem zweitgrößten Flughafen der Stadt (Don Muang) weiter genähert. Mehr als 1000 Menschen, die dort in Notunterkünften untergebracht waren, ergriffen bis zum Mittwochmorgen die Flucht. Vom Don-Muang-Flughafen aus, bis 2006 Bangkoks internationaler Airport, aus operiert auch das Krisenzentrum der Regierung, kurz Froc.

Die Kritik in Thailand an dieser Behörde wegen chaotischer Planung und irreführender Angaben wird immer größer. Mitarbeiter widersprechen sich gegenseitig, wo die Gefahrenzonen sind, welche Deiche halten und welche nicht.

Autoproduktion heruntergefahren

Die Flut hat auch Auswirkungen auf die asiatische Automobilproduktion. Insbesondere Toyota lässt viele Autoteile in Thailand produzieren. Der japanische Konzern hatte sich gerade von dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan erholt, wo es zu Produktionsausfällen in der Region Tohoku kam. Toyota kündigte an, in dieser Woche keine Überstunden mehr zu genehmigen. Der Lieferengpass werde zu Produktionsausfällen in Höhe von 6300 Einheiten führen, sagte Toyota-Sprecherin Shiori Hashimoto.

Toyota muss bereits den Produktionsausfall von 37.500 PKW und LKW verschmerzen, weil wegen des Hochwassers seit dem 10. Oktober drei Fabriken in Thailand stillstehen. Für den Autobauer, dessen Pickups in Thailand weitverbreitet sind, ist das Land ein großer Absatzmarkt, aber auch ein wichtiger Produktionsstandort.

Auch Honda, Mitsubishi und Nissan haben die Produktion teilweise heruntergefahren. Die Finanzberatungsagentur Moody's schätzte, dass etwa 400 japanische Unternehmen von dem Hochwasser betroffen sind, darunter auch Elektronikkonzerne wie Sony, Canon und Toshiba.


Quelle: dpa , dapd , AFP

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Kommentare (17)

zum Forum

Thema: "Hochwasser in Thailand: Regierung fürchtet um Bangkok"

Bihm schrieb: am 27. Oktober 2011 um 00:25:58
(0) (0) Thailand
Wenn man hier so manche Kommentare liest, kann einem schlecht werden. Da finden in Thailand die schlimmsten Regenfälle seit
Jahrzehnten statt und hier wird darüber diskutiert, wie man trotzdem am schnellsten zu seinem Sexurlaub in Pattaya kommt, oder ob die Flut etwas damit zu tun hat, weil in Thailand angeblich Tiere gequält werden. Vielleicht solltet ihr mal darüber nachdenken, dass dort Menschen sterben, oder ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Mein Mitgefühl den Thailändern!
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Uwe D. schrieb: am 26. Oktober 2011 um 17:56:42
(4) (0) Die malträtierte Erde
rächt sich biologisch. Wahrscheinlich werden wir Nordeuropäer zunächst auch die Gewinner der Klimaveränderung
sein. Das wir aber am Ende dieser Klimaentwicklung die Verlierer sein werden, zeichnet sich doch heute schon an den Flüchtlingszahlen ab, die aus den Hungerregionen der Welt hierher streben. Also sollten wir aufhören Mais zu Sprit zu verarbeiten und stattdessen die hungernde Menschheit mit unserem Überfluß zu ernähren Nicht christlich, sondern nur menschlich.
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Peter schrieb: am 26. Oktober 2011 um 16:12:26
(5) (1) Manche Kommentatoren sollten sich was schämen
Ich habe einige Kommentare (Kaffee) kurz überflogen: (1) Was in Thailand passiert ist in etwa
mit unserer Elbeflut vor einigen Jahren vergleichbar - Schwebstoffe im Wasser und Schlamm gibts auch dort und entsprechend (ohne Vers.) verwüstete Häuser/Fabriken. (2) Falls mit dem Wort "drei Miezen" eines Kommentators Frauen gemeint sind: Wenn es Freundschaften sind, über Jahre gebildet - OK. Ansonsten: Was wäre, wenn ein Thailänder so über deutsche Mädels (Nordfriesinnen etc.) denkt/schreibt?
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