28.10.2011, 15:49 Uhr
Die Sorge um die Dämme steigt. Es ist schon jetzt die schlimmste Flutkatastrophe seit mehr als 50 Jahren.
Um die überwältigenden Wassermassen um Bangkok in den Griff zu bekommen, streitet die thailändische Regierung jetzt über einen radikalen Plan: Sie prüft, ob fünf große Straßen im Osten der Hauptstadt aufgerissen und so zu Flutkanälen gemacht werden sollen. Denn die Lage wird zunehmend bedrohlicher: Der Scheitelpunkt des Hochwassers in Thailand nähert sich dem Zentrum der Zwölf-Millionen-Metropole, und am Fluss Chao Phraya wurden bereits am Freitagmorgen kritische Marken erreicht, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung.
Regierungschefin Yingluck Shinawatra überflog wegen des spektakulären Vorhabens am Freitagmorgen im Helikopter das Gebiet östlich von Bangkok, das für die neuen Flutkanäle vorgesehen ist. Unabhängige Ingenieure und Wasserexperten hatten vorgeschlagen, die fünf Straßen fünf bis sechs Meter weit aufzureißen.
Pumpen könnten dann Wasser aus den Überschwemmungsgebieten an der Innenstadt vorbei in diese neuen Kanäle leiten, durch die es Richtung Meer fließen soll. Das Wasser staut sich an den Flutbarrieren im Norden, und die Behörden fürchten unkontrollierte Überflutungen, wenn die Dämme brechen.
Thailands Transportminister Sukumpol Suwanatat hat sich allerdings gegen den Plan ausgesprochen. "Dafür besteht keine Notwendigkeit", sagte er am Freitag. Er habe die Hochwasserlage im Norden und Osten der Stadt vom Helikopter aus in Augenschein genommen. Das Wasser könne durch die bestehenden Kanäle in Richtung Meer abfließen. Zuvor war derselbe Minister noch mit dem Satz zitiert worden: "Irgendeiner muss Opfer bringen." Regierungschefin Shinwatra will am Nachmittag endgültig entscheiden.
Derweil nähert sich der Scheitelpunkt des Hochwassers immer mehr dem Zentrum von Bangkok. Häuser am Ufer wurden bereits zeitweise überflutet, Wasser drang auch in einen königlichen Palast ein. Touristen durften aber weiter hinein, die Streitkräfte pumpen das Wasser ab.
"Das Hochwasser im Fluss hat 2,47 Meter über normal erreicht", sagte der Sprecher der Stadtverwaltung am Freitagmorgen. Die sieben Kilometer langen Flutwälle auf beiden Seiten von Thailands längstem Fluss sind 2,50 Meter hoch. Am Samstag werde das Wasser nach den Prognosen auf 2,60 Meter steigen: "Dann können wir nichts mehr tun."
Die Stadtverwaltung hat die Einwohner der 13 Bezirke entlang des Flusses in Alarmbereitschaft versetzt. "Bereitet euch auf das Schlimmste vor", sagte ein Sprecher des Krisenzentrums in der "Bangkok Post".
Sieben im Norden von Bangkok gelegene Stadtbezirke stehen bereits seit Tagen unter Wasser. Tausende Menschen fügten sich dort einer neuen Evakuierungsaufforderung der Regierung. Von dem heftigsten Hochwasser in Thailand seit einem halben Jahrhundert ist insgesamt etwa ein Drittel des Landes betroffen.
Quelle: dpa , dapd
Wassermann schrieb:
am 28. Oktober 2011 um 13:11:43
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Wer baut bei Ebbe im Wattenmeer sein Haus?
Der Mensch ist das einzige Tier, das mehrmals in dieselbe Falle tappt. Man sieht es auch bei uns
alle Jahre wieder, dieses große Gejammer, wenn mal wieder eine Jahrhundertflut Keller und Parterre geflutet und mit Schlamm gefüllt hat, weil direkt bis an die kanalisierten Flüsse gebaut wurde und wird. Das aber will niemand hören und so wird genau da wieder renoviert, wo es in wenigen Monaten garantiert erneut absäuft. Was will man gegen so viel sture Dummheit machen ?
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