09.01.2011, 10:48 Uhr
In den Hochwassergebieten steigen die Pegel weiter an. (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Die Hochwasserlage in Deutschland bleibt angespannt. In Sachsen-Anhalt gilt für die weiße Elster bereits die höchste Alarmstufe und auch in Rheinland-Pfalz und Hessen spitzt sich die Lage zu. In Pforzheim ertrinkt ein Mann in den Fluten. Andreas Wagner von der Unwetterzentrale warnt im Gespräch mit wetter.info: "Mitte nächster Woche erreicht uns eine neue Regenfront, dann wird sich die Lage in den Hochwassergebieten noch einmal drastisch verschlimmern."
Für die Weiße Elster am Pegel Oberthau in Sachsen-Anhalt wurde bereits Alarmstufe vier ausgerufen, teilte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Magdeburg mit. Der Wasserstand habe in der Nacht die kritische Marke von vier Metern überschritten. An den Pegeln Gera-Langenberg und Zeitz der Weißen Elster gelte die dritte Alarmstufe, ebenso für die Schwarze Elster am Pegel Löben. Die Saale und die Unstrut im Burgenlandkreis erreichten ebenfalls Alarmstufe drei. Einige Straßen seien bereits überflutet, aber die Dämme seien bisher sicher, meldeten die Behörden.
Unterdessen droht im Altenburger Land im Nordosten von Thüringen ein Damm zu brechen, teilte das Landratsamt mit. Betroffen ist demnach die Bundesstraße 93 zwischen Treben und Serbitz. Helfer seien dabei, den Damm unter anderem mit Flies abzudichten. Das Technische Hilfswerk (THW) sei zur Verstärkung angefordert worden.
Auch in Rheinland-Pfalz ist das Hochwasser über Nacht weiter gestiegen. In der Landeshauptstadt Mainz wurden erste Parkplätze und Straßen am Rhein gesperrt, sagte ein Polizeisprecher. In Koblenz wurden stellenweise Stege aufgebaut, damit die Bürger trockenen Fußes vorankommen. In Koblenz liefen erste Keller voll.
Im Koblenzer Stadtteil Neuendorf steht das Wasser nach Angaben der Feuerwehr etwa 40 bis 50 Zentimeter hoch, erste Bewohner seien bereits auf die eigens gebauten Stege angewiesen. Derzeit steht der Pegel bei 6,93 Meter - bei 7,20 Meter wird das Deutsche Eck überspült. Nach Angaben des Sprechers wird bis Montagnachmittag ein Stand von bis zu 7,80 Metern in Koblenz erwartet.
An der Mosel wird der Scheitelpunkt des Hochwassers für den Abend vorhergesagt. Nach Angaben des Hochwasserlagezentrums in Trier könnten die Pegel dann auf bis zu neun Meter steigen. "Wir können keine Entwarnung geben", hieß es dort. Den Schätzungen der Behörden zufolge sind zwischen Trier und Koblenz 30 Gemeinden überflutet. Im besonders betroffenen Zell stehen weiterhin große Teile des Ortes unter Wasser.
Nach Angaben der Feuerwehr ist das Gelände der Bundesgartenschau (BUGA), die im April eröffnen soll, nicht gefährdet, da dieses mit rund 3.000 Sandsäcken gesichert worden sei. In Zell an der Mosel, wo das Wasser am Samstag in die Stadt gelaufen war, sank der Pegel am Sonntag vorerst leicht.
Im benachbarten Bundesland Hessen steigen die Pegel ebenfalls. Nach den Niederschlägen in der Nacht zum Sonntag seien beispielsweise die Pegel an der oberen Lahn und der Dill wieder leicht gestiegen, teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit. Auch Seen und kleinere Bäche sind den Angaben zufolge über ihre Ufer getreten.
In Hungen bei Gießen hat die Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen Ferienhäuser am Ufer des Inheidener Stausees evakuiert. Laut Polizei sind 15 Urlauber auf den steigenden Wasserstand aufmerksam gemacht worden. "Die haben dann ihre Ferien abgebrochen und sind wieder nach Hause gefahren", sagte der Sprecher. Sonst gestalte sich die Lage jedoch ruhig. Zwar seien einige Land- und Kreisstraßen wegen Überflutung gesperrt, bewohnte Gebiete aber kaum betroffen.
Der Hochwassermeldedienst rechnete für den Sonntag mit einem Anstieg des Lahnpegels in Marburg auf fünf Meter. Damit wäre an der Lahn Meldestufe drei erreicht.
Ein tragischer Hochwasser-Unfall ereignete sich unterdessen in Baden-Württemberg. Wie die Pforzheimer Polizei mitteilte, fiel ein 50 Jahre alter Kajakfahrer am Samstag gegen Mittag bei einem Ausflug aus bislang ungeklärter Ursache aus seinem Boot in den Fluss Enz. Wegen des Hochwassers sei es ihm nicht mehr gelungen, zurück zu seinem Einer-Kajak zu kommen.
Der Mann konnte zwar geborgen werden, starb jedoch trotz Reanimationsversuchen noch am Ufer. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei geht jedoch von einem Unglück aus.
Das Tauwetter bereitet der Bahn neue Probleme: Hochwasser der Wupper hat die Bahngleise in Wuppertal überflutet. Der Streckenabschnitt zwischen Wuppertal-Vohwinkel und Hauptbahnhof sei am Morgen gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Der Fernverkehr werde über das Ruhrgebiet umgeleitet.
Auch verschiedene Nahverkehrslinien seien betroffen. Allerdings können Fahrgäste im Nahverkehr der bergischen Stadt weiterhin die Schwebebahn hoch über der Wupper oder Busse nutzen. Wann die Gleissperrung wieder aufgehoben werden kann, war zunächst nicht abzusehen.
Quelle: dapd , dpa
Deppendorfer schrieb:
am 10. Januar 2011 um 08:07:18
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Alle Jahre wieder...
Da ich mir nicht vorstellen kann, dass unsere Vorfahren trotz mittelalterlicher Bildungsferne so strohdoof waren, dass
sie alle ihre Ort und Städte dort gebaut haben, wo sie 2-3x im Jahr im Hochwasser absaufen, müssen wir modernen Oberschlaubis uns wohl an die eigene Nase fassen. Es sind unsere Eingriffe in Flussläufe, um sie zu Wasserautobahnen zu machen ! Es sind unsere eingedeichten Siedlungen auf ehemaligen Feuchtwiesen, die bei Überschwemmung als Auffangbecken fehlen ! Unbelehrbar !
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Jens Röder schrieb:
am 9. Januar 2011 um 19:33:41
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@hastala
"an de(m) PC sitzen".Man beachte auch die Groß - und Kleinschreibung. :)
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Dieter B. schrieb:
am 9. Januar 2011 um 18:54:40
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@Hastala
Setzen 6.
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