24.10.2011, 14:11 Uhr
Die Hochwasserlage rund um die thailändische Hauptstadt Bangkok ist unübersichtlich: Am Sonntag teilten die Behörden mit, die schwere Situation werde noch bis in die erste Novemberwoche angespannt bleiben. Erst am Samstag hatten Meldungen über ein weiteres Anschwellen des Chao Phraya, der mitten durch die Stadt fließt, die Befürchtungen verstärkt, Bangkok könnte komplett überschwemmt werden. Am Sonntag teilte Justizminister Pracha Promnok jedoch mit, das Wasser in einem zuvor übergelaufenen Hauptkanal gehe zurück.
Allerdings sollten die Bewohner weiter auf die Fluten vorbereitet bleiben, so die Behördenwarnung. Derweil drückt das Hochwasser vor Bangkok immer weiter in die Außenbezirke der thailändischen Hauptstadt.
Die Lage in den Bezirken Don Mueang in der Nähe des alten Flughafens und in Laksi südlich davon sei besorgniserregend, sagte Regierungschefin Yingluck Shinawatra am Sonntag. Dort drohten weiträumige Überschwemmungen, nachdem das Wasser an mehreren Stellen durch die Barrieren am Prapa- und am Rangsit-Kanal gebrochen war.
"Das Wasser dürfte einen halben bis einen Meter steigen, und wir wissen nicht, wann es abfließt", sagte Yingluck. Nach anderen Angaben ging das Wasser in dem Kanal aber am Sonntag leicht zurück. Der Prapa-Kanal versorgt die Zwölf-Millionen-Metropole mit Leitungswasser. Die Wasserversorgung sei nicht gefährdet, sagte Yingluck.
Das Flughafengelände liegt rund 20 Kilometer nördlich der Innenstadt. Dort befindet sich auch das Krisenzentrum der Regierung. Der Flughafen, der vor allem Inlandsflüge abwickelt, war am Sonntag noch in Betrieb.
Soldaten und Freiwillige waren im Einsatz, um die Sandsackwälle am Rangsit-Kanal zu reparieren. "Das dürfte sechs Stunden dauern", sagte der Sprecher des Krisenzentrums. Nach seinen Angaben ging der Wasserstand im angeschwollenen Chao Phraya westlich von Bangkok leicht zurück. Er war an einigen Stellen über die Ufer getreten. Auch dort werde fieberhaft daran gearbeitet, die Sandsackwälle zu verstärken.
In der Provinz Nonthaburi nördlich von Bangkok wurden Chemikalien im Hochwasser entdeckt. Sie seien aus einer Batteriefabrik ausgelaufen, sagte der Sprecher. Das Leck sei geschlossen worden.
Schuld am Hochwasser sei unter anderem der Wind im Golf von Thailand, der gedreht und Wasser in die Flussmündung gedrückt habe, sagte der Sprecher.
Quelle: dapd , dpa
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