14.12.2011, 08:20 Uhr
Derzeit rauscht die Front eines Sturmtiefs über die Nordwesthälfte von Deutschland hinweg. An der Küste und in den höchsten Lagen der Berge sind sogar Orkanböen unterwegs. Am Freitag geht es in einigen Regionen wahrscheinlich noch heftiger zur Sache: "Möglicherweise werden wir von einem schweren Sturm getroffen", sagte Lars Dahlstrom von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. Die genaue Entwicklung ist aber noch unsicher.
Mehrere Nord- und Ostseeinseln sind vom Festland abgeschnitten. An der Nordseeküste stellten die Reedereien den Fährverkehr zu den nordfriesischen Inseln und Halligen sowie nach Helgoland ein. Auch der Sylt-Shuttle der Deutschen Bahn fuhr wegen des stürmischen Wetters zunächst nicht über den Hindenburgdamm auf die Insel.
An der Ostseeküste wurde die Fehmarnsund-Brücke für Fahrzeuge mit hohen Aufbauten, leere Lastwagen und Autos mit Anhängern komplett gesperrt.
Auf dem Gipfel des Brocken im Harz registrierte die Wetterstation am Dienstag Böen von knapp 160 Kilometern in der Stunde. Auch an der Nord- und Ostsee sowie auf den Gipfellagen der Mittelgebirge in der gesamten Westhälfte fegten Böen schneller als 100 Kilometer pro Stunde.
Auch im Flachland von Nordrhein-Westfalen bis Schleswig-Holstein sowie in Sachsen-Anhalt und Thüringen sind schwere Sturmböen mit bis zu 96 Kilometern in der Stunden unterwegs.
Mit der Front zieht ebenfalls ein Regengebiet von Nordwest nach Südost durch. In der Lausitz und in Niederbayern bleibt es noch bis zum Nachmittag trocken. Hinter dem Regen strömt feucht-kalte Luft zu uns. Der Himmel lockert hier und da auf, Regenschauer und vereinzelte Sturmböen sind noch mit von der Partie.
Bis zum Donnerstag lässt der Wind wieder etwas nach, und im ganzen Land dominiert kühles Schauerwetter. Die Schneefallgrenze sinkt auf 300 bis 700 Meter, und am Alpenrand und in den Weststaulagen der Mittelgebirge kann es tüchtig schneien.
Ganz anders sieht es voraussichtlich am Freitag aus: "Einige Wettermodelle rechnen mit einem schweren Sturmereignis", sagte Dahlstrom. Noch ist es aber zu früh, um konkrete Warnungen auszurufen.
Schuld ist ein Tief weit auf dem Atlantik, das bis zum Ende der Woche immer stärker wird und sich in Richtung Europa auf den Weg macht. Sicher scheint bereits jetzt, dass es in einigen Regionen heftig zugehen wird, so Dahlstrom. "Viel hängt noch von der genauen Zugbahn des Orkantiefs über Deutschland ab", so der Unwetterexperte.
Quelle: wetter.info, rf
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