04.02.2012, 15:00 Uhr
In vielen Teilen Osteuropas bedroht die Kälte das Leben der Menschen - hier ein Obdachloser in der Ukraine. (Quelle: dpa)
Nicht nur Deutschland friert bei Temperaturen von minus 20 Grad und kälter: Eiseskälte und Schneemassen haben weite Teile Europas ins größte Winterchaos seit Jahrzehnten gestürzt. Die Regierung in Serbien bereitet den Ausnahmezustand vor. In Belgrad, Rom und anderen Städten brach der Verkehr zusammen. Mehr als 250 Menschen überlebten die Extremkälte nicht.
In Serbien wurde bereits in 27 Gemeinden der Ausnahmezustand ausgerufen. Alle Grund- und Mittelschulen sowie Kindergärten sollen wegen der Schneemassen in der nächsten Woche geschlossen bleiben. Weil auch die Hauptstadt im Verkehrschaos versinkt, rief die Regierung alle Bürger zur Hilfe auf.
Am Samstagmorgen meldeten sich Hunderte Menschen, um beim Räumen mitzuhelfen. In Briefen an Zeitungen und Fernsehanstalten beschwerten sich die Bürger, dass die Behörden völlig unzureichend auf den Schnee vorbereitet und selbst die Transitstraßen unpassierbar waren.
Wegen des starken Schneefalls in der gesamten Region saßen die beiden Staatspräsidenten von Kroatien und Serbien, Ivo Josipovic und Boris Tadic, im Jahorinagebirge vor den Toren von Sarajevo fest, berichteten Medien in Belgrad. In Sarajevo wurde eine Schneehöhe von einem Meter gemessen, auf den umliegenden Bergen waren es zwei Meter.
In Montenegro steckten 60 Menschen nach Lawinenabgängen in einem Tunnel fest. Armeeangehörige seien für den Rettungseinsatz abkommandiert worden. In der Nacht zum Samstag misslang der erste Versuch, zu den Eingeschlossenen durchzukommen.
Die stärksten Schneefälle seit Jahrzehnten lösten derweil in Rom ein Verkehrschaos aus. Busse kamen laut Medienberichten nicht voran, Rettungskräfte kamen zu spät. "Rom geschlossen wegen Schneefalls", schrieb "Il Messaggero" über das Verkehrschaos vom Vorabend. Bürgermeister Gianni Alemanno wies Kritik wegen mangelnder Vorbereitung zurück: So stark habe es zuletzt 1985 in Rom geschneit. Überall waren mindestens zehn Zentimeter Schnee gefallen.
Ein Fährschiff rammte im Schneesturm in Civitavecchia nordwestlich von Rom einen Hafendamm und wurde dabei schwer beschädigt. Das Schiff mit mehr als 300 Passagieren und Besatzung an Bord wurde evakuiert, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Verletzt wurde niemand, kurz nach dem Unfall brach jedoch Panik aus, weil die Passagiere ein Unglück wie beim Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" vor drei Wochen befürchteten.
In den Staaten Ost- und Südeuropas, die von der Extremkälte besonders betroffen sind, erlitten erneut Dutzende Menschen den Kältetod. In der Ukraine erfroren mindestens 21 Menschen. Die Zahl der Kältetoten stieg damit auf 122 in diesem Winter, erklärte das Zivilschutzministerium in Kiew. Die meisten Opfer waren demnach Obdachlose. Mehr als 2000 Patienten wurden wegen Erfrierungen behandelt. Landesweit wurden 3170 Rettungsposten eingerichtet, wo Bedürftige etwas Warmes zu essen bekommen.
In Polen erfroren trotz verstärkter Polizeipatrouillen zur Suche nach Kälteopfern sieben Personen, teilte das Innenministerium mi. Seit Beginn der Kältewelle erfroren in Polen insgesamt 45 Menschen. Hinzu kommen sechs Opfer, die an Kohlenmonoxidvergiftungen starben. In der Nacht zu Samstag kamen außerdem vier Obdachlose bei drei Bränden ums Leben.
In Rumänien erfroren laut Regierung binnen 24 Stunden weitere vier Menschen - seit Beginn des extremen Frosts vor einer Woche waren es damit 28. Der Frost ließ in Rumänien inzwischen leicht nach. Zugleich setzten wieder heftige Schneestürme ein.
In Frankreich wurden zwei Alzheimer-Patienten, die ihre Seniorenheime verlassen hatten, erfroren aufgefunden. Es handelte sich um eine 70-jährige Frau aus Toulouse und einen 82-jährigen Mann aus dem ostfranzösischen Departement Moselle.
Die kälteste Februarnacht seit 30 Jahren in der Schweiz brachte selbst die sonst zuverlässige Schweizer Bahn am Samstag in Schwierigkeiten. Wegen vereister Weichen kam es unter anderem auf der Strecke zwischen Lausanne und dem Genfer Flughafen zu Verspätungen, berichtete die Nachrichtenagentur sda.
Der russische Energiekonzern Gazprom schloss eine baldige Wiederausweitung der Gaslieferungen in die EU aus. "Gazprom kann die von unseren westeuropäischen Partnern geforderten zusätzlichen Liefermengen im Moment nicht zur Verfügung stellen", sagte Vizechef Alexander Kruglow. Die in den Verträgen mit EU-Staaten vereinbarten Mindestliefermengen würden jedoch eingehalten.
Die Kältewelle erreichte inzwischen sogar Nordafrika: In höheren Lagen der algerischen Hauptstadt Algier gab es in der Nacht zum Samstag erstmals seit Jahren wieder heftigen Schneefall. Zahlreiche Kinder, die noch nie weiße Flocken gesehen hatten, stürzten sich nach Augenzeugenberichten begeistert nach draußen.
Quelle: dpa , AFP
berliner schrieb:
am 5. Februar 2012 um 10:38:55
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klimawandel
bin wohl schon wieder belogen worden ... nutze täglich haarspray und fahre mit dem hummer zum bäcker, damit es hier endlich
wärmer wird ... und was passiert ... natürlich mal wieder genau das gegenteil ....
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jana schrieb:
am 4. Februar 2012 um 23:23:10
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kälte
soviel zur erderwärmung
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Rudi schrieb:
am 4. Februar 2012 um 22:21:04
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Eiszeit in Europa?
Hat man den Golfstrom kaputt gemacht? Die unendlichen Mengen Öl auf dem Weg des Golfstroms waren wohl doch nicht ohne
Schadensauswirkung? Bin gespannt bis auf diese Idee endlich mal auch die zuständigen Naturwissenschaftler kommen!
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