07.02.2012, 15:43 Uhr
Die extreme Kälte hat in Polen sechs weiteren Menschen das Leben gekostet. Damit stieg die Zahl der Kältetoten in dem Land seit Beginn der jetzigen Kältewelle Ende Januar auf insgesamt 68, wie die Polizei mitteilte.
Aufgrund defekter Ofenheizungen oder Heizlüfter gab es weitere Fälle von Kohlenmonoxidvergiftungen. Nach Angaben der polnischen Polizei erlitten allein seit Montag 22 Menschen Vergiftungen, zwei davon starben.
Am Elbstrand der Hansestadt türmen sich mittlerweile Berge aus Eis und Schnee. zum Video
Allerdings stieg die Temperatur deutlich an: War in der Nacht zum Montag noch eine Tiefsttemperatur von minus 24 Grad Celsius gemessen worden, lag der tiefste Wert in Polen in der Nacht zum Dienstag bei minus zwölf Grad.
Auch in Tschechien gab es einen weiteren Kältetoten. In einer Holzhütte in einem Vorort von Prag erfror nach Angaben der Polizei ein 44-jähriger Mann. Laut der tschechischen Nachrichtenagentur CTK starben in dem Land bereits rund 20 Menschen durch die klirrende Kälte. Wie in der Nacht zuvor sank die Temperatur in Kvilda nahe der deutschen Grenze auf minus 39,4 Grad.
In Bosnien starb nach Behördenangaben ebenfalls erneut ein Mensch aufgrund der Kälte. Damit stieg die Zahl der Kältetoten auf dem Balkan auf 19, seit dort vergangene Woche die extremen Minustemperaturen eingesetzt hatten. Am stärksten betroffen war Serbien mit insgesamt zehn Toten. Vier Menschen starben bislang in Bosnien, drei in Kroatien und jeweils einer in Montenegro und Mazedonien.
Mehr als 70.000 Menschen in entlegenen Bergdörfern der Region sind wegen des Schnees seit mehreren Tagen von der Außenwelt abgeschnitten. Im Süden Bosniens konnte ein Rettungshubschrauber, der zu einem eingeschneiten Dorf fliegen sollte, wegen eines Schneesturms nicht abheben.
In Bulgarien haben nach der Regenflut nun heftige Schneestürme den Verkehr lahmgelegt. Am schwersten getroffen war die Region der Donaustadt Russe. Dort gab es drei Meter hohe Schneeverwehungen, berichtete der Staatsrundfunk in Sofia. Die einzige Brücke über die Donau nach Rumänien bei Russe wurde geschlossen. Die Hauptstadt Sofia versank bei minus neun Grad im Schnee.
Regierungschef Boiko Borissow rief die Menschen auf, auf unnötige Fahrten zu verzichten. Für das ganze Land galt ein Fahrverbot für schwere Lastwagen. An vielen Schulen fiel der Unterricht aus. In dutzenden Orten mussten die Menschen wegen beschädigter Leitungen ohne Strom- und Wasserversorgung auskommen. Insgesamt elf Menschen sind in dem Balkanland seit dem sibirischen Kälteeinbruch erfroren. Mindestens acht kamen bei den schweren Überschwemmungen am Montag ums Leben.
Auch der französische Zugverkehr ist Opfer der klirrenden Kälte geworden: Mehrere Schnellzüge mussten am Dienstagmorgen auf der stark genutzten Strecke zwischen Nantes und Paris angehalten werden, weil eine Weiche eingefroren war. Erst gegen 9 Uhr konnte der Verkehr weiterlaufen. Der französische Wetterdienst hielt seine Warnung vor extremen Minusgraden weiter aufrecht: 39 Départments stehen noch auf der Warnstufe orange. Vor allem in den Pyrenäen, dem Zentralmassiv und den Alpen kam es zu zweistelligen Minusgraden.
Quelle: dapd , dpa , AFP
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