20.12.2011, 10:15 Uhr
Glatte Straßen, schlechte Sicht: Der Berufsverkehr droht am Dienstag eine Hängepartie zu werden (Quelle: ddp)
In der Nacht ist eine neue Front mit starken Niederschlägen in die Westhälfte gezogen - Autofahrer müssen seit dem frühen Morgen mit massiven Behinderungen durch heftige Schneefälle zurechtkommen. So liegen in weiten Teilen der Westhälfte mehrere Zentimeter Schnee; es gab bereits zahlreiche Unfällen mit Blechschäden. Für den Straßenverkehr rechnet die Polizei weiter mit größeren Behinderungen. Auch auf dem Frankfurter Flughafen kommt es zu Verzögerungen und Flugausfällen.
Seit dem frühen Morgen falle von der Lübecker Bucht bis an die Alpen teils kräftig Schnee, sagte Fabian Ruhnau von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info.
Besonders betroffen waren die Autobahnen 5 und 67 in Südhessen, berichtete die Polizei. Dort gerieten Autos immer wieder ins Rutschen, mindestens achtmal krachte es bei Unfällen. "Die Lastwagen haben Probleme, die kleinsten Steigungen raufzukommen", sagte ein Polizeisprecher in Darmstadt.
Auf der A5 musste die Anschlussstelle Eberstadt zeitweise gesperrt werden, weil ein Lastwagen auf glatter Fahrbahn nicht mehr weiterfahren konnte.
Am Frankfurter Flughafen kam es wegen des Wintereinbruchs am Morgen zu Verzögerungen, weil Flugzeuge enteist und die Start- und Landebahnen geräumt werden mussten. Rund 30 Flieger blieben am Boden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport . Er erwartete, dass sich die Lage bis zum Nachmittag wieder normalisieren werde. Das große Chaos sei ausgeblieben.
An mehreren hessischen Schulen konnten sich die Schüler über vorzeitige Weihnachtsferien freuen, meldete der Radiosender Hitradio FFH. Vor allem in Mittelhessen sei für viele Schüler der Unterricht ausgefallen, weil unter anderem Busse nicht fahren konnten. Eigentlich beginnen die Weihnachtsferien erst am Mittwoch.
An den Westflanken von Hunsrück, Taunus, Siegerland und Bergischem Land könnten am Vormittag sogar zehn bis zwölf Zentimeter Neuschnee hinzukommen. Dort drohen auch starke Windböen in höheren Lagen den Schnee zu Verwehungen aufzutürmen. "Neben glatten Straßen sollte man sich auch auf Sichtbehinderungen einstellen", sagte Wagner.
"Schon ein oder zwei Zentimeter Schnee auf den Straßen im Rhein-Main-Gebiet haben in der Vergangenheit den Berufsverkehr nahezu lahmgelegt", warnte Wagner. Wer kann, sollte längere Strecken besser mit der Bahn zurücklegen - oder sehr viel früher mit dem Auto losfahren.
Im Verlauf des Vormittags kommen die kräftigen Schneefälle bis nach Thüringen, Unterfranken und Baden-Württemberg voran. Besonders viele Flocken fallen voraussichtlich im Thüringer Wald, im Fichtelgebirge, auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald. In der Westhälfte gehen die Niederschläge aber rasch in Regen über.
Richtig heftig wird's wohl von Oberbayern bis nach Schwaben: Dort schneit es auch noch am Dienstagabend. Im Allgäu rechnet die Unwetterzentrale mit bis zu 50 Zentimetern Neuschnee. "Schneekettenpflicht, Schneebruch an den Bäumen und massive Verkehrsprobleme - all das könnte dort ein Thema werden", warnte Wagner.
So stark der Winter auch zuschlägt: Am Mittwoch sind wir schon wieder durch mit dem Thema Schnee und glatte Straßen. "Zu uns strömt in den Tagen vor Weihnachten sehr milde Luft", sagte Wagner. Was der Regen am Dienstag noch nicht weggetaut hat, wird dann von der milden Luft kaputt gemacht. "Unterhalb von etwa 500 Metern wird bis Heiligabend kaum Schnee liegen bleiben."
Quelle: wetter.info, rf
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