19.02.2010, 10:57 Uhr
Niedersachsen muss den Winterdienst einschränken (Foto: dpa)Der Winter meldet sich am Sonntag wieder in Deutschland zurück. "Es gibt wieder eine Kältedelle in der Temperaturkurve", sagte Jörg Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia gegenüber wetter.info. Der neue Frost kommt Niedersachsen sehr ungelegen, denn dort geht das Streusalz zur Neige. Das Verkehrsministerium rät sogar, das Auto stehen zu lassen.
In ganz Deutschland stellen sich dann wieder winterliche Verhältnisse ein. Tagsüber schwanken die Temperaturen zwischen minus sechs Grad im Nordosten und null Grad entlang des Rheins. Am Oberrhein, am Neckar und am Bodensee können sich die Temperaturen noch leicht im Plusbereich bewegen. Im Süden Deutschlands sinkt die Schneefallgrenze, bis zum Sonntagabend können zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee dazukommen. Auch die nächste Woche kann es immer mal wieder schneien. "Da können noch ein paar Zentimeterchen obendrauf kommen, aber es wird sicher kein Schneechaos geben", so Kachelmann, "Das ist eher die Puderzucker-Abteilung". Die gesamte nächste Woche wird in Deutschland wahrscheinlich der Frost regieren. "Man sieht noch nicht das definitive Ende", so Kachelmann.
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Die Rückkehr des Winters macht Niedersachsen große Schwierigkeiten: Das Bundesland muss den Winterdienst auf den Straßen aus Mangel an Streusalz noch einmal einschränken. Auch auf den Autobahnen würden am Samstag und Sonntag bei Glätte nur noch die Hauptfahrstreifen gestreut, sagte Christian Budde, der Sprecher des Verkehrsministeriums in Hannover. "Wir bitten daher, am Samstag und Sonntag möglichst auf Autofahrten zu verzichten." Die für Bundes- und Landesstraßen zuständigen Straßenmeistereien haben nach Angaben des Ministeriums in diesem Winter bereits 160.000 Tonnen Salz gestreut. Die Behörde habe mit dem Lieferanten einen Vertrag über 120.000 Tonnen Salz abgeschlossen, sagte Ministeriumssprecher Budde. Weitere 40.000 Tonnen habe dieser bereits zusätzlich geliefert.
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Nach Angaben des Ministeriums kann der Salzlieferant des Landes wegen einer Bergwerksüberprüfung am Samstag und Sonntag kein Streusalz liefern. "Beim Streusalz leben wir ohnehin von der Hand in den Mund", sagte Budde. Das wenige noch vorhandene Salz wolle man nutzen, um am Montag den Bürgern die Fahrt zur Arbeit möglich zu machen. Im Großraum Hannover droht am Montag ohnehin ein Verkehrschaos. Nach einem Streikaufruf von ver.di für den öffentlichen Dienst sollen dort Busse und Stadtbahnen in den Depots bleiben. In der niedersächsischen Landeshauptstadt ist am Montag eine zentrale Streikkundgebung der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geplant.
Auf nicht gestreuten Straßen kam es in Niedersachsen erneut zu zahlreichen Unfällen. In Wolfsburg verunglückte ein 28-jähriger Autofahrer in der Nacht zum Freitag tödlich. Nach Angaben der Polizei geriet er mit seinem Wagen auf eisglatter Straße ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Der 28-Jährige erlag kurz nach dem Unfall in einer Klinik seinen schweren Verletzungen. Bei mehr als einem Dutzend weiterer Glätteunfälle wurden am Freitagmorgen drei Menschen leicht verletzt. Im Westen Niedersachsens fiel in 13 Landkreisen wegen der Verkehrbehinderungen nochmals der Schulunterricht aus.
Das eisige Winterwetter hat bereits vielerorts in Deutschland die Straßen stark beschädigt. 30 bis 40 Prozent der Straßen wiesen größere Schäden auf, schätzte der TÜV Rheinland. Ursache für die Straßenschäden sei die lange Kälteperiode mit vielen Niederschlägen und Eis, erklärte der TÜV in einer Pressemitteilung. Allein für das Stadtgebiet Hamburg rechnet der ADAC mit mehreren zehntausend Schlaglöchern. Hamburgs ADAC-Sprecher Matthias Schmitting sagte, der Wechsel von Frost und Tauwetter habe den Straßen massiv zugesetzt.
Quelle: wetter.info, dpa
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