04.01.2012, 14:45 Uhr
Sturmtief "Ulli" hat in Teilen Deutschlands zahlreiche Einsätze von Polizei und Feuerwehren ausgelöst. Bäume wurden entwurzelt, Ziegel flogen von den Dächern, Lastwagen und Anhänger kippten um. Betroffen waren vor allem die Gipfel von Taunus, Harz und Brocken, die Ost- und Nordseeküste sowie die Region um Aachen. Und auch in den nächsten Tagen schütteln Stürme Deutschland durch: "Es gibt flächendeckend Sturmböen bis ins Flachland", sagte Lars Dahlstrom von der Meteomedia Unwetterzentrale gegenüber wetter.info.
Im Raum Aachen habe es wetterbedingt rund 30 Einsätze gegeben, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Mensch soll von einer herunter gewehten Satellitenschüssel getroffen worden sein. Wie stark dieser verletzt wurde, ist noch unklar.
Eine Windböe ließ im nordrhein-westfälischen Herzebrock-Clarholz einen Lkw umkippen. Der 53-jährige Fahrer geriet im Sturm mit seinem Fahrzeug ins Schleudern und kippte mit der Beifahrerseite quer auf die Straße, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer blieb unverletzt. Im niedersächsischen Papenburg riss das Sturmtief das Dach vom Verlagsgebäude der "Ems-Zeitung". Gebäudeteile und ein Baum stürzten auf die Straße. "Verletzt wurde zum Glück niemand", sagte der Redaktionsleiter der Zeitung.
In Wuppertal krachte ein rund 30 Meter hoher Baum in einen Dachstuhl. Der Baum wurde komplett entwurzelt. Auch in Bremen stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus. Die Regenfälle der vergangenen Tage lockerten die Wurzeln vieler Bäume. Die Stadt Dortmund warnte davor, den Stadtwald zu betreten. "Windwurf oder Windbruch bei Bäumen können nicht ausgeschlossen werden", warnte das Umweltamt.
Am Mittwoch gönnt uns der Sturm eine leichte Verschnaufpause, es bleibt aber weiterhin windig bis stürmisch. Im Norden sind noch Windgeschwindigkeiten von 80 bis 90 Kilometer pro Stunde möglich, an den Küsten sind bis zu 100 Kilometer pro Stunde drin.
Am Donnerstag ist dann aber gleich das nächste heftige Sturmfeld zur Stelle - und das hat es in sich. "Ein Orkantief zieht von Schottland in den Süden Skandinaviens, dadurch nehmen bei uns die Druckunterschiede zu", erklärte der Unwetterexperte. Von der Nordsee bis zu den Alpen gibt es dann verbreitet Schwere Sturmböen der Windstärke 10 - bis zu 100 Kilometer pro Stunde kann der Wind im Flachland erreichen.
Von Westen zieht derzeit eine mächtige Sturmfront ins Land. Zum Regenradar klicken Sie bitte in das Bild
Auf den Bergen erreicht der Wind volle Orkanstärke. "Das geht ordentlich zur Sache", so Dahlstrom. Dazu fällt viel Regen, in den Bergen oberhalb von 500 bis 700 Metern Schnee. Auch an der Nordsee erreicht der Wind Geschwindigkeiten von 100 bis 110 Kilometern pro Stunde. Vom ganz heftigen Wind verschont bleiben dagegen der Osten und Nordosten des Landes: Dort erwartet Dahlstrom höchstens Windstärken von 80 bis 85 Kilometern pro Stunde.
Quelle: wetter.info
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