11.02.2012, 09:34 Uhr
Zu einer wahren Hügellandschaft hat der eisige Wind die Eisschollen an der Ostseeküste von Rügen aufgetürmt. (Quelle: dpa)
Die Barriere, die die deutsche Küste von der Ostsee trennt, hat durch wochenlang klirrende Kälte und eisigen Wind mancherorts inzwischen enorme Ausmaße angenommen: Bis zu acht Meter hoch türmen sich die Eisberge - Eisschollenberge, sollte man besser sagen. Dennoch ist es den Eisbrechern gestern gelungen, die seit Donnerstag geschlossene Eisbarriere am Ausgang des Greifswalder Boddens vor der vorpommerschen Küste zu durchbrechen.
Und das, obwohl einer der Eisbrecher, die "Ranzow", derzeit mit Maschinenschaden im Hafen von Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) liegt. Aber das Schwesternschiff "Görmitz" schaffte es am Freitag zwei Frachtern den Weg durch das vom Wind aufgetürmte Eis zu bahnen. Das teilte stolz das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Stralsund mit.
"Wir haben uns stundenlang durch mehr als 20 Zentimeter starkes Eis geboxt", erklärte "Görmitz"-Kapitän Horst Behrens. Am Boddenausgang im sogenannten Landtief östlich von Rügen habe der Sturm fünf bis acht Meter hohe Eisberge auf die flacheren Küstengebiete aufgeschoben. An den Stränden, zum Beispiel bei Thiessow, kletterten bereits mehrere Touristen über die vereiste Meereslandschaft.
Das Spezialschiff eskortierte den norwegischen Frachter "Lisbeth", der in Wolgast Holz geladen hatte und den dänischen Hafen Randers anlaufen wollte. In dessen aufgebrochenem Kielwasser steuerte zudem das unter Gibraltar-Flagge fahrende Frachtschiff "Baltic Sailor", das Futtermittel aus Wolgast nach Emden liefert.
Bereits am frühen Morgen hatte der mit 5000 PS stärkste ostdeutsche Eisbrecher "Arkona" den Durchbruch in die eisfreie Ostsee geschafft. Nach Angaben von WSA-Leiter Holger Brydda hatte das Mehrzweckschiff vor der Insel Usedom eine völlig vereiste Messtonne des Instituts für Ostseeforschung geborgen, um sie anschließend nach Sassnitz zu bringen.
Allerdings lagen am Freitag trotzdem immer noch mindestens sechs Frachter in den zugefrorenen Häfen Stralsund, Greifswald-Ladebow, Vierow und Lubmin fest. Vor Sassnitz wartete zudem ein niederländischer Frachter auf seine Lotsenfahrt nach Wolgast. Nach Angaben des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) wird das Eis in den nächsten Tagen in den Küstenbereichen weiter zunehmen. Für Sonntag wird eine Eisdrift in östliche Richtung erwartet, was die Eisbildung unterbrechen dürfte.
Quelle: dapd , wetter.info
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