26.12.2011, 13:23 Uhr
Philippinische Soldaten tragen bergen in der Stadt Iligan im Süden des Landes ein Flutopfer (Quelle: dpa)
Die Zahl der Opfer nach den verheerenden Sturzfluten im Süden der Philippinen ist offenbar weitaus höher als bislang befürchtet. Mehr als 1000 Menschen würden noch vermisst, teilte das Büro für Zivilschutz mit. Mindestens 1079 Menschen sind bei der Naturkatastrophe am vergangenen Samstag ums Leben gekommen. Unklar ist nach wie vor, wie viele der Vermissten unter den noch nicht identifizierten Todesopfern sind.
Helfer bergen weiter Leichen, die durch die Sturzfluten ins Meer hinausgespült wurden und jetzt nach und nach an die Strände gespült werden. "Ich glaube nicht, dass wir noch Überlebende finden" sagte der Chef des Zivilschutzes, Benito Ramos.
Der Tropensturm "Washi" war vor einer Woche über die philippinische Insel Mindanao, rund 800 Kilometer südlich von Manila, hinweggefegt und hatte dort Sturzfluten und Erdrutsche ausgelöst. Häuser, Bäume, Strommasten und Autos wurden mitgerissen. Am stärksten betroffen waren die Hafenstädte Cagayan de Oro und Iligan. Die meisten Menschen wurden im Schlaf überrascht, viele konnten sich deshalb nicht retten.
Von den Zerstörungen sind insgesamt rund 471.000 Menschen betroffen. Mittlerweile wächst zudem die Sorge vor einem Ausbruch von Epidemien in den Notunterkünften, in denen es an sauberem Wasser und Toiletten fehlt. Nach Angaben von Hilfsorganisationen werden auch Nahrungsmitteln, Kleidung und Medikamenten, dringend gebraucht. Das Rote Kreuz und andere Helfer organisierten immer neue Lieferungen nach Mindanao.
Viele Angehörige kämen inzwischen aus anderen Provinzen in die Katastrophengebiete, um nach ihren Verwandten zu suchen, sagte die Katastrophenschutzvertreterin Ana Caneda. "Sie fragen nach ihren Angehörigen, die verschwunden sind." In den Hafenstädten Cagayan de Oro und Iligan seien ganze Familien in den Wassermassen gestorben. Da viele von ihnen sonst keine Verwandten in der Stadt gehabt hätten, seien sie bislang auch von niemandem als vermisst gemeldet worden.
Die Verwüstung sei verheerend, sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe auf den Philippinen, Soe Nyunt-U. "Es sieht aus als wenn die Städte teilweise von einem Tsunami getroffen worden wären. Ganze Regionen sind dem Erdboden gleichgemacht." Die Vereinten Nationen riefen zu Spenden auf. Für die Notversorgung der Opfer seien 28,6 Millionen Dollar - 22 Millionen Euro - nötig, sagte Nyunt-U. "Die Bedürfnisse sind überwältigend." Vor allem müssten schnellstens Unterkünfte gebaut werden.
Quelle: dpa , AFP
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