06.02.2012, 16:18 Uhr
Australien: 18 Monate altes Kind ertrinkt in Fluten Bei schweren Überschwemmungen im Bundesstaat Queensland sind bisher zwei Menschen ums Leben gekommen.
Im Osten Australiens sind Tausende Menschen vor Überschwemmungen in Sicherheit gebracht worden. Die Polizei ordnete die Evakuierung der 3800-Einwohner-Stadt St. George im Norden des Bundesstaates Queensland an, da die Fluten die einzige verbliebene Zufahrtsstraße abzuschneiden drohten. In der ebenfalls von Überflutung bedrohten Stadt Charleville harrten 600 Menschen in Notunterkünften aus.
Die Polizei wies alle Einwohner von St. George an, die Stadt zu verlassen. Wer es nicht rechtzeitig schaffe, werde auf dem Luftweg nach Brisbane gebracht. Für ein 18 Monate altes Kind kam die Hilfe zu spät, es ertrank in den Fluten.
Bei Überschwemmungen im März 2010 hatte der Balonne-Fluss zuletzt einen Rekordstand von 13,4 Meter erreicht. Bis mindestens Dienstagnacht werde der Pegelstand weiter steigen. Die Behörden hatten zunächst vor einem Anstieg auf bis zu 15 Meter gewarnt - die Dämme des Flusses in der Stadt sind lediglich 14,5 Meter hoch. Nach neuen Berechnungen erwarten die Metereologen nun aber, dass der Flusspegel auf etwas mehr als 14 Meter ansteigen würde. Damit bliebe der Stadt das Schlimmste erspart. Bürgermeisterin Stewart sagte, inzwischen sei die Lage nicht mehr so "düster wie gestern".
Australiens Ministerpräsidentin Julia Gillard schickte ein Militärflugzeug, um die Patienten des städtischen Krankenhauses in Sicherheit zu bringen. Acht Militärhubschrauber waren im Einsatz, um Menschen zu suchenund zu retten. In Charleville harrten 600 Menschen in Notunterkünften aus, nachdem ein Damm am Fluss Warrego zu brechen drohte. In der Stadt Roma, wo 200 Häuser unter Wasser stehen, wurde am Sonntag die Leiche einer Frau entdeckt. Sie war zwei Tage zuvor in ihrem Auto weggespült worden, kurz nachdem sie ihren siebenjährigen Sohn vor den Fluten in Sicherheit gebracht hatte.
Neben Queensland leidet auch der benachbarte Bundesstaat New South Wales unter Überschwemmungen. Rund 16.500 Menschen waren dort offiziellen Angaben zufolge am Samstag von der Außenwelt abgeschnitten, mehr als doppelt so viele wie noch am Vortag. Zahlreiche Regionen wurden zum Katastrophengebiet erklärt, tausende Häuser sind auf längere Sicht unbewohnbar.
Vor rund einem Jahr war der Nordosten Australiens bereits von riesigen Überschwemmungen heimgesucht worden. Damals starben und 35 Menschen, zehntausende Häuser wurden überflutet und riesige Flächen Ackerlands vernichtet.
Quelle: AFP , dpa
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