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Schlimmstes Hochwasser seit Jahren befürchtet

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Schlimmstes Hochwasser seit zehn Jahren befürchtet

07.01.2011, 21:08 Uhr

Ein Fahrzeug des Technischen Hilfswerks hat sich im Hochwasser an der polnischen Grenze festgefahren (Foto: AP)

Tauwetter und Regenfälle lassen viele Flüsse in der Mitte und dem Süden Deutschlands bedrohlich anschwellen: An der Mosel wird für das Wochenende die Überflutung von Wohngebieten erwartet. "Im Saarland und in Rheinland-Pfalz sind bereits die ersten Straßen nach Erdrutschen und wegen Überschwemmungen gesperrt", sagte Thomas Sävert von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. In Koblenz rechnet die Feuerwehr mit dem schlimmsten Hochwasser seit zehn Jahren. Auch an der Oder gilt bereits Hochwasseralarm.

Auch vom Neckar und vielen anderen Flüssen im Süden Deutschlands wurden steigende Wasserstände gemeldet. Überschwemmungen gab es in Teilen Bayerns und Hessens. Auch im Osten Deutschlands schwollen viele Flüsse an.

Kleinere Flüsse treten zuerst über die Ufer

Bislang sind es vor allem kleinere Flüsse, die den tauenden Schnee aus den Höhenlagen abtransportieren. Sie spülen gewaltige Wassermassen in die größeren Flüsse. Dort droht nun abschnittsweise die Einstellung des Schiffsverkehrs.

Besonders bedrohlich ist die Situation derzeit an den Zuflüssen der Mosel. "Hier steigt das Wasser sehr schnell", sagte Sävert. Die Stadtautobahn in Saarbrücken ist schon nicht mehr befahrbar. "Das ist bereits die dritte Sperrung in diesem Jahr", so der Meteorologe. Auch in Hessen und an kleineren Rheinzuflüssen in Rheinland-Pfalz gab es bereits erste Überflutungen: Keller liefen voll, Straßen wurden gesperrt. Überflutungen von Ortschaften werden befürchtet. Zwischen Saarbrücken und Mainz sowie Landstuhl und Kusel wurden Teile der Bahnstrecke überschwemmt. Zeitweise konnten dort keine Züge fahren.

Alarm in Trier

In Rheinland-Pfalz traten kleine Flüsse wie der Glan und der Kuselbach stellenweise über die Ufer und überfluteten Ortsteile. Betroffen waren unter anderem die Orte Odenbach und Rammelsbach - von dort wurden gesperrte Straßen und vollgelaufene Keller gemeldet. Klaus Jung, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenglan, zu der Rammelsbach gehört, hatte das Ansteigen des Wassers in der Nacht von seinem Haus aus beobachtet. "Es war schon beängstigend", sagte er. In Odenbach erreichte der Glan einen Stand von über 5 Metern - vor ein paar Tagen war das Flüsschen nur 1,50 Meter tief.

Auch an der Mosel gab es erste überflutete Straßen. Im Weinort Zell wird damit gerechnet, dass der Fluss Teile des Ortes überflutet. In Flussnähe wurden in den Geschäften die Waren in Sicherheit gebracht.

In Trier stieg das Wasser innerhalb von 24 Stunden um 4,50 auf mehr als 8 Meter. In der Stadt wurde ein Katastrophenstab eingerichtet. Für Samstagabend rechnen die Experten nach eigenen Angaben damit, dass die kritische Marke von 9 Metern überschritten wird. Der erwartete Höchststand könnte am Sonntag mit knapp über 9 Metern erreicht werden. Zum Vergleich: Beim "Jahrhunderthochwasser" 1993 waren es 11,28 Meter.

Koblenz bereit sich vor

Am Rhein steht zunächst vor allem Koblenz im Blickpunkt, wo am Deutschen Eck Rhein und Mosel zusammenfließen. In der Stadt, in der im April die Bundesgartenschau (Buga) beginnt, sei für Montag ein Ansteigen des Wassers im Bereich von 7,50 bis 8 Meter "nicht auszuschließen", meldete die Hochwasserzentrale. Bei rund 7,20 Metern wird das Deutsche Eck überflutet. Bei den großen Hochwassern 1993 und 1995 hatte der Wasserstand in der Stadt sogar die 9-Meter-Marke überschritten. Das Ausstellungsgelände der Buga ist durch hohe Mauern geschützt. Unterhalb der Moselmündung sei mit einem raschen Anstieg der Wasserstände des Rheins zu rechnen, so das Hochwassermeldezentrum. In Köln wird am Wochenende ein Stand von über 9 Metern erwartet. Am Freitag lag der Pegel bei gut 4 Metern.

Auch die Pegelstände an der Ruhr haben am Freitag die Hochwassermeldegrenze erreicht. In Wetter wurde am Morgen ein Wasserstand von 4,08 Meter gemessen, wie Georg zur Strassen vom Ruhrverband sagte. Die entscheidende Marke liege bei 4,04 Meter. Seit Donnerstagnachmittag sei der Wasserstand der Ruhr stellenweise um bis zu zwei Meter angestiegen. Radwege entlang des Flusses seien zum Teil schon überflutet.

Bis zu zwei Meter dickes Oder-Eis

Mit einem Hochwasserproblem der anderen Art kämpfen dagegen die Menschen an der Oder: Dort staut Eis auf dem Fluss das Wasser auf, und lässt es steigen. Die deutsch-polnische Eisbrecherflotte ist hier im Dauereinsatz, um eine drohende Überschwemmung abzuwenden. Vom Hafen im polnischen Gryfino nahmen heute insgesamt 13 Schiffe Kurs zum Dammschen See bei Stettin, wo sie Eisschollen zerkleinern, sagte der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) im brandenburgischen Eberswalde. "Die Lage ist angespannt, das Eis muss weg." Der Fluss sei an den Rändern teilweise bis zum Grund gefroren. Das besondere an diesem Winter sei, dass der Fluss sehr schnell zugefroren sei.

Bereits am Donnerstag war die Oder in Brandenburg am Pegel Hohensaaten-Finow bis auf 7,53 Meter gestiegen - das war mehr als ein Meter über dem Richtwert für die höchste Alarmstufe 4. Auch auf Spree und Schwarzer Elster wird ein Anstieg der Pegel erwartet. Angesichts der angespannten Lage empfahl der Hochwasserstab des Landkreises Märkisch-Oderland Tierhaltern im nördlichen Oderbruch, ihre Tiere in Sicherheit zu bringen. Landrat Gernot Schmidt erklärte in einer Mitteilung: "Unser Hauptaugenmerk liegt auf dem Deich." Evakuierungen stünden nicht bevor, der Kreis habe aber Vorsorge getroffen. Fast 25.000 gefüllte Sandsäcke lägen an zwei Plätzen bereit.

Hochwasseralarm auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt

In Sachsen stiegen die Wasserstände von Pleiße, Chemnitz und Freiberger Mulde bis zum Vormittag um das Doppelte beziehungsweise Dreifache der normalen Werte an. Das Landeshochwasserzentrum ging davon aus, dass im Laufe des Tages an den ersten Flüssen Alarmstufe 1 und 2, örtlich auch 3 erreicht wird.

In Sachsen-Anhalt rechnet der Landesbetrieb für Hochwasserschutz bis Sonntag an den Flüssen Unstrut, Bode, Ilse, Aller, Mulde und Weiße Elster mit dem Erreichen der Alarmstufe 2. In Niedersachsen werden Überflutungen von Ufern der Weser und von Ackerflächen befürchtet. Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale in Karlsruhe erwartet in Baden-Württemberg einen deutlichen Anstieg der Pegelstände von Neckar, Tauber und zum Teil auch der Donau.

Keine Entspannung in Sicht

Für die kommenden Tage rechnen die Metorologen nicht mit einer Entspannung der Lage. Für Samstag und Sonntag sind weitere Niederschläge von jeweils bis zu zehn Litern pro Quadratmeter angekündigt. Auch das anhaltende Tauwetter wird zu einem Anstieg beitragen.

Quelle: wetter.info, rf, rpr, dpa, AP


 

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Kommentare (72)

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Thema: "Schlimmstes Hochwasser seit Jahren befürchtet"

Rumpelstilzchen schrieb: am 7. Januar 2011 um 18:47:34
(0) (0) Hochwasser
Tja, wie kommt das wohl. Das mit dem Hochwasser, meine ich. Da gibts ne ganz einfache (eine von vielen) Antwort drauf: Die
Wirtschaft mußte ja unbedingt ins Unermeßliche wachsen. Also ist man hergegangen und hat Flüsse begradigt, Auenlandschaften trockengelegt und abgeriegelt usw. damit immer größere Schiffe möglichst gefahrlos Frachten von A nach B bringen können. Fazit: Flüsse fließen schneller und können nicht mehr auf Auwiesen ausweichen. Nun werden halt Städte überschwemmt statt der Wiesen.
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bubbes schrieb: am 7. Januar 2011 um 18:46:46
(0) (0) enrico
ja früher waren sehr wahrscheinlich alle böde, denn mit der neuzeit die wir haben , ist das alles anders, nur das wasser ist genau
wie früher nass , was soll man schreiben, der staat müsste alles löhnen, die zocken uns doch auch ab und es sit ja auch nichts neues das es im frühjahr so kommen kann, nur hier wird wie immer alles schön geredet, nur zahlen dürfen die doofen
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auswanderer schrieb: am 7. Januar 2011 um 18:45:20
(0) (0) hochwasser
aktuell wetter für banff(canada)3,25cm schnee und sonnig

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