In der Innenstadt von Hannover stürzte ein Baum auf ein Auto (Quelle: ddp)Am Mittwoch fegte "Kirsten" über Deutschland hinweg. Straßen mussten gesperrt werden, Bahnstrecken wurden unterbrochen, Rheinbrücken stillgelegt - sogar ein Zoo schloss vorsorglich seine Pforten. Der Wetterdienst Meteomedia meldete Spitzen-Orkanböen von 163 Stundenkilometern auf dem Feldberg im Schwarzwald, für den Brocken im Harz wurde sogar die höchste Warnstufe ausgerufen. Heute ist der Höhepunkt des Sturms zwar überschritten, es bleibt aber weiter windig mit starken bis stürmischen Böen. "Besonders in den Schauern sind noch Sturmböen möglich", sagte Nils Dick von Meteomedia am Donnerstag zu T-Online. Im Osten, an den Küsten sowie auf den Bergen gibt es noch Windgeschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde, örtlich auch darüber. Diese lassen aber im Tagesverlauf nach. Dann zieht "Kirsten" Richtung Baltikum ab.
In weiten Teilen Deutschlands galt am Mittwoch die zweithöchste Warnstufe. Auch flachere Regionen blieben nicht verschont: Karlsruhe meldete Sturmböen mit 117, die Insel Helgoland mit 115 Kilometern pro Stunde. Vielerorts gab es erhebliche Schäden.
Zugstrecken und Straßen gesperrt
In Nordrhein-Westfalen brachte Sturmtief "Kirsten" Autos und Lastwagen ins Schleudern, Behinderungen gab es auch im Bahnverkehr. Bei Bonn wehte ein Trampolin aus einem Garten auf ein Gleis. Ein ICE musste notbremsen. Die Strecke wurde nach Polizeiangaben für rund eine Stunde gesperrt. Zwölf weitere Reisezüge verspäteten sich oder fielen aus. In einer anderen Region des Rheinlandes beschädigte der Sturm die Oberleitungen zweier Zugstrecken. Nach Unfällen sperrte die Polizei die Rheinbrücken in Emmerich und Rees. Dort hatten starke Windböen Lastwagen-Anhänger umgekippt, teilte die Polizei in Kleve mit. Die Stadt Essen schloss vorsorglich den Ostermarkt in der Innenstadt. In Köln machte sicherheitshalber vorübergehend der Zoo dicht.
In Hannover und Göttingen wurden Bäume entwurzelt und Autos beschädigt. Eine 20 Meter hohe Buche konnte in der niedersächsischen Landeshauptstadt dem Sturm nicht standhalten und krachte auf vier Autos. Ähnliche Schäden wurden aus Hessen gemeldet. In Baden-Württemberg war vor allem die Autobahn 8 betroffen. Zwischen Pforzheim-Ost und dem Dreieck Leonberg wurde eine Baustelle ausgespült. Die Folge: 15 Kilometer Stau. Im Kreis Rastatt stürzte ein Baum auf das Auto eines 69 Jahre alten Mannes. Er wurde schwer verletzt. Am Stuttgarter Flughafen wurde ein parkender Regional-Jet von einer Windböe gegen ein Stromversorgungsfahrzeug gedrückt. Dabei entstand 20.000 Euro Schaden.
Im Harz werden ergiebige Schneefälle erwartet. In Gebieten über 700 Metern können innerhalb von elf Stunden 20 bis 30 Zentimeter der weißen Pracht fallen, in höheren Lagen noch mehr, warnte Meteomedia. Wegen starken Windes könne es zu erheblichen Schneeverwehungen kommen.
Weiter Regen und Wind
Am Donnerstag ist es in den nordöstlichen Landesteilen und an der Ostsee noch weiter windig, wenn auch nicht mehr ganz so stürmisch. Der West- bis Nordwestwind bläst mit Sturmböen, lässt im Laufe des Nachmittags aber allmählich nach. Mit Regen- oder Graupelschauern bleibt es im Norden wechselhaft. In der Südhälfte kann es noch zeitweise regnen, oberhalb von 400 bis 800 Metern schneien.
Wechselhaft am Freitag
Am Freitag regnet es vom Saarland bis nach Niederbayern teils recht kräftig. Die Schneefallgrenze liegt zwischen 1000 und 1700 Metern, am Abend sinkt sie im Westen wieder unter 1000 Meter. Im Norden regnet es meist nur schwach, in den Mittelgebirgen fällt etwas Schnee. Im Tagesverlauf lockern die Wolken im Norden und in der Mitte auf und es setzt sich zunehmend die Sonne durch, ganz im Süden bleibt es trüb. Mit frischem bis kräftigem Westwind werden sieben bis zwölf Grad erreicht.
Am Samstag lockern die Wolken auch im Süden auf. In der Folge wird es bei wechselnder Bewölkung überall zeitweise sonnig, und es bleibt weitgehend trocken. Gegen Abend wird es in Nordfriesland leicht unbeständig. Der Wind lässt nach und die Temperaturen steigen auf milde zwölf bis 17, am Oberrhein bis 18 Grad. Im Norden und Nordosten bleibt es etwas kühler. Bereits am Sonntag soll es aber wieder unbeständig, kühler und recht windig werden.