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Taifun "Nesat" erwischt die Philippinen mit voller Wucht

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Taifun "Nesat" erwischt die Philippinen mit voller Wucht

28.09.2011, 08:41 Uhr

Taifun „Nesat“ trifft Philippinen (Screenshot: ap) Taifun "Nesat" trifft philippinisches Festland

In vielen Regionen fiel der Strom aus. Dächer wurden abgedeckt, Bäume knickten um, Straßen waren überflutet.

Mit voller Wucht hat Taifun "Nesat" die philippinische Hauptinsel Luzon und ihre Metropole Manila erfasst, Teile der Hauptstadt sind meterhoch überschwemmt. Mindestens 23 Menschen kamen bislang in dem Wirbelsturm ums Leben, berichtete die Behörde für Zivilverteidigung. Mehrere Personen werden vermisst, Zehntausende auf der Flucht.

Das Tiefdruckgebiet hat einen gewaltigen Durchmesser von rund 600 Kilometern. Obwohl das Auge des Sturms rund 240 Kilometer nordöstlich Manilas lag, fegten gewaltige Taifunausläufer über die Hauptstadt. "Nesat" entwurzelte Bäume, riss Strommasten um, peitschte das Meer über die Kaimauern der Manila-Bucht und setzte ufernahe Bezirke unter Wasser. Vielerorts versperren Erdrutsche die Straßen.

Der philippinische Präsident Benigno Aquino, der sich zu einem Staatsbesuch in Japan aufhält, sagte, auf der Insel Luzon sei fast die Hälfte der Gebiete ohne Strom.

US-Botschaft steht unter Wasser

Das riesige Gelände der US-Botschaft direkt an der Bucht wurde ebenso überflutet wie zum Beispiel das Hotel Sofitel. Dort brach ein Stück aus der Ufermauer. "Das Meerwasser stand uns im Restaurant bis zum Knie", berichtete ein Hotelgast. "Es kam überall rein." Küchenangestellte standen nach eigenen Angaben bis zur Hüfte im Wasser. Das Management organisierte einen Transport für die Gäste in sichere Gebiete.

"Ich dachte, das ist das Ende der Welt", sagte ein amerikanischer Tourist in einem Einkaufszentrum. Der Sturm wütete bis in den frühen Nachmittag. "Aber das Wasser geht zurück, wir werden uns jetzt weiter amüsieren."

Touristenzentrum betroffen

In den Stadtteilen Ermita und Malate an der Bucht befinden sich zahlreiche Hotels für Touristen und Geschäftsleute. Dort stand das Wasser teilweise 1,50 Meter hoch in den Straßen. Von vielen Autos waren nur noch die Dächer zu sehen.

Der heftige Regen traf die Bucht von Manila bei Flut. Deshalb schwappte das Wasser in kürzester Zeit über die Ufersicherungen. Der Verkehr kam fast zum Erliegen.

Sturm zerstört Notunterkunft

In den Straßen lagen umgerissene Straßenschilder, Müllcontainer und abgestürzte Dachpfannen. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, darunter das einer Notunterkunft, in der 500 Menschen Zuflucht gesucht hatten.

Die Regierungsgebäude, Schulen und die Börse blieben geschlossen. Dutzende Flüge wurden gestrichen und der Fährverkehr eingestellt. Tausende Passagiere strandeten auf Flug- und Bahnhöfen.

50 Fischer von der See gerettet

Bevor "Nesat" auf das Festland traf, hatten sich mehr als 100.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Dennoch mussten mehr als 50 Fischer aus der stürmischen See gerettet werden.

In Manila wurde eine Frau von einem umstürzenden Baum erschlagen, wie die Behörde für Zivilverteidigung berichtete. Drei Kinder und ihre Oma starben in einem Stadtteil unter einer einstürzenden Mauer. Ein Baby wurde in der Provinz Catanduanes von einem reißenden Fluss fortgerissen. Ein Mann wurde von einem Erdrutsch begraben, ein weiterer starb im Norden des Landes bei einem Verkehrsunfall.

Windböen verbiegen Straßenschilder

Der Sturm brachte Windgeschwindigkeiten von 170 Kilometern pro Stunde und Windböen mit einer Stärke, die Straßenschilder zum Verbiegen brachte. Die meisten Toten gab es in der Region um Manila, das bereits vor der Ankunft des Taifuns von heftigem Monsunregen betroffen war.

Soldaten und Polizisten versuchten, tausende Menschen aus niedrig gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen, wo Flüsse und das Meer Holzhütten, Krankenhäuser, vornehme Hotels überschwemmten.

"Überall ist es überflutet", sagte Ray Gonzales, der als einer von Tausenden wegen des schnell ansteigenden Flutwassers festsaß. "Wir haben keinen Ort, wo wir zum Schutz hingehen können."

Im Krankenhaus von Manila wurden Patienten aus dem Erdgeschoss in Sicherheit gebracht, wo das Wasser bis zum Hals reichte, wie eine Sprecherin sagte. Die Stromgeneratoren der Klinik seien überflutet, das Gebäude habe seit Dienstagmorgen keinen Strom.

Tornado zerstört Hausdächer

In der Provinz Isabela deckte ein Tornado die Dächer von mindestens fünf Häusern ab, wie die Polizei mitteilte. Zwei Menschen seien verletzt worden.

Das Auge des Taifuns erreichte die Nordostküste rund 300 Kilometer nordöstlich von Manila, berichtete die Wetterbehörde. Er zog in nordöstlicher Richtung über die Insel Luzon und schwächte sich dabei nach Angaben der Wetterbehörde merklich ab.

"Nesat" zieht weiter Richtung China

Der Taifun dürfte am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen das Südchinesische Meer erreicht haben und dann weiter Richtung Südchina ziehen, sagten die Experten. Vor zwei Jahren hatte ein Taifun auf den Philippinen fast 500 Menschen das Leben gekostet.

Hurrikan "Hilary" wieder stärker

Auch auf der anderen Seite des Pazifiks vor der Küste Mexikos wütet ein Wirbelsturm: "Hilary" hat sich am Montag erneut zu einem starken Hurrikan der Kategorie 4 verstärkt. In der Nacht zum Dienstag tobte er mit Windgeschwindigkeiten von 215 Kilometern in der Stunde über dem offenen Meer rund 800 Kilometer südlich der Halbinsel Baja California.

Nach Berechnungen der Meteorologen des US-Hurrikanzentrums in Miami wird sich "Hilary" im weiteren Verlauf nach Norden wenden und auf die Halbinsel zuziehen. Allerdings werde er sich dabei vermutlich abschwächen.

Schon in der letzten Woche hat "Hilary" in Mexiko nach Angaben der Behörden drei Fischern das Leben gekostet. Sie waren trotz der Hurrikanwarnung aufs Meer hinaus gefahren. Rettungskräfte zogen ihre Leichen aus dem Wasser.



Quelle: AFP , dapd , dpa

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Taifun "Nesat" erwischt die Philippinen mit voller Wucht"

Alois schrieb: am 27. September 2011 um 11:51:57
(0) (0) physikalischer Vorgang
Als Folge der Erderwärmung heizt sich das Meerwasser stärker auf als früher und es verdunstet mehr und mit
erhöhtem Energieinhalt. Da wir in Deutschland in großer Distanz zu den Tropen liegen, bekommen wir das nur sehr abgeschwächt mit - unser Glück.
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