22.09.2011, 15:23 Uhr
Nach Taifun Roke retten Soldaten Menschen, die vom Hochwasser eingeschlossen sind (Quelle: Reuters)
Die Zahl der Todesopfer in Japan durch den gewaltigen Taifun "Roke" ist auf mindestens elf gestiegen. Noch immer werden fünf Menschen vermisst, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.
Derweil schwächte sich der Taifun über dem Meer vor der Küste der nördlichsten japanischen Insel Hokkaido zu einem tropischen Wirbelsturm ab.
Der Meteomedia-Strömungsfilm zeigt die voraussichtliche Route des Sturms an. Sie führt über Tokio und Fukushima. zum Video
In Folge der schweren Regenfälle und Überschwemmungen, die der 15. Taifun der Saison am Vortag in weiten Teilen des Inselreiches verursacht hatte, sei die Gefahr von Erdrutschen gestiegen. Die Meteorologische Behörde in Tokio rief die Bevölkerung zu äußerster Wachsamkeit auf.
Ein Mann und eine Frau wurden am frühen Morgen in der Provinz Iwate, die am 11. März von dem Beben und Tsunami heimgesucht worden war, unter einem Erdrutsch begraben. Beide konnten zunächst gerettet werden, doch verstarb die Frau laut Kyodo bald darauf. In der Stadt Sendai wurde ein Mann tot nahe einem Graben gefunden, den er befestigen wollte.
In Numazu in der Tokioter Nachbarprovinz Shizuoka wurde die Leiche eines Mannes geborgen, der am Vortag von hohen Wellen in Folge des Taifuns ins Meer gerissen worden war. Der Taifun hatte weite Teile der größten japanischen Hauptinsel Honshu mit der Hauptstadt Tokio mit heftigen Regenfällen und Sturmböen überzogen.
Noch rund 180 Menschen in der Provinz Yamanashi sind in Folge eines Erdrutsches von der Außenwelt abgeschnitten. Die Regierung versorgte die Betroffenen laut Kyodo per Helikopter mit Nahrungsmitteln.
Als Folgen durch den Taifun standen auf der Insel Honshu mit der Hauptstadt Tokio tausende Häuser und Straßen unter Wasser, Bäume stürzten um, der Verkehr wurde teils lahmgelegt. Zehntausende Pendler saßen auf Bahnhöfen fest. In der Mitte des Landes waren fast 260.000 Haushalte ohne Strom.
Im Atomkraftwerk Onagawa in der Katastrophenprovinz Miyagi drang Regenwasser in die Untergeschosse eines Reaktors und eines Turbinengebäudes ein. Das Wasser sei jedoch nicht radioaktiv verseucht, berichtete Kyodo unter Berufung auf den Betreiberkonzern.
Auch über der Region um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima wütete "Roke" am Mittwoch mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 160 Kilometern pro Stunde. Sämtliche Arbeiten an dem AKW wurden vorübergehend eingestellt. Zu größeren Schäden kam es nach Angaben des Kraftwerksbetreibers Tepco jedoch nicht. Einige Arbeiten an der Anlage seien unterbrochen worden. Eine Gefahr für die Kühlsysteme bestehe nicht. Der Sturm habe lediglich Überwachungskameras beschädigt.
Der Autobauer Toyota stellte die Produktion in seinem Werk in Aichi am Mittwochnachmittag vorsorglich ein. Auch Nissan und der Maschinenhersteller Mitsubishi schickten Beschäftigte vorzeitig nach Hause oder schlossen Werke vorübergehend. Mehr als 200 Inlandsflüge und einige Bahnverbindungen wurden gestrichen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.
Mehr als eine Million Menschen wurden nach Berichten japanischer Medien aufgefordert oder angewiesen, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Es wurde befürchtet, dass ihre Häuser überschwemmt oder von Erdrutschen begraben werden könnten. In Nagoya, rund 270 Kilometer westlich von Tokio, zeigten Fernsehbilder, wie Menschen durch knietiefes Wasser wateten. Helfer evakuierten einige Bewohner mit Schlauchbooten aus ihren Häusern.
Quelle: dpa , dapd
Bianca schrieb:
am 22. September 2011 um 10:37:24
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Roke
Na klar. Ein Sturm mit 160 km/h verursacht "keine größeren Schäden" an einem AKW, das kein Dach und keine Wände mehr hat.
Die Erde ist eine Scheibe.
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