11.10.2011, 11:02 Uhr
Nach schweren Unwettern in Thailand bedrohen die Wassermassen jetzt auch die Millionenmetropole Bangkok. Die Behörden versuchen, in der Hauptstadt des südostasiatischen Landes eine Flutkatastrophe zu verhindern. Thailand erlebt nach Behördenangaben die schlimmsten Überflutungen seit 1995.
700.000 Sandsäcke seien nötig, um die Bevölkerung vor Überschwemmungen zu schützen, sagte Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra nach Angaben der Zeitung "Bangkok Post" vom Montag. Die Behörden befürchten, dass in wenigen Tagen Flutwasser aus dem Norden die Hauptstadt erreichen wird und der Chao-Praya-Fluss dann über seine Ufer tritt.
Besonders gefährdet seien Viertel im Norden und Osten der Millionenstadt. Sie liegen oft nur zwei Meter über dem Meeresspiegel. Man werde die Situation mindestens bis Donnerstag genau beobachten, sagte Yingluck. Vorsorglich hätten die Behörden bereits 80 Evakuierungszentren für insgesamt bis zu 10.000 Menschen eingerichtet, hieß es. Im Großraum Bangkok leben offiziell etwa zwölf Millionen Menschen.
Schon am Wochenende hatten starke Regenfälle Überschwemmungen in Bangkoks Straßen verursacht. An den Ufern des Chao-Praya standen Häuser und viele der beliebten Ufer-Restaurants unter Wasser. Weitere Regenfälle könnten die Situation noch verschlimmern, sagte der Gouverneur der Hauptstadt, Sukhumbhand Paribatra, im thailändischen Fernsehen. Auch die Kanäle Bangkoks stoßen bereits an die Grenzen ihrer Aufnahmefähigkeit, hieß es weiter.
Seit dem Wochenende steht auch das Unesco-Weltkulturerbe in der antiken Stadt Ayutthaya, etwa 90 Kilometer nördlich von Bangkok, unter Wasser. Hunderte Patienten mussten aus den Krankenhäusern der Stadt in Sicherheit gebracht werden. Industriegebiete nahe der alten Hauptstadt des Königreichs Siam sind ebenfalls überflutet. Ayutthaya ist eine wichtige Produktionsstätte für viele ausländische Firmen, vor allem der Automobilindustrie.
Infolge der heftigen Regenfälle sind in Thailand bislang mehr als 260 Menschen ums Leben gekommen. Tausende mussten aus ihren Häusern fliehen. Nach Behördenangaben sind seit Ende Juli mehr als 2,3 Millionen Menschen in 30 der 77 Provinzen Thailands von Überschwemmungen betroffen gewesen. Der Sachschaden belaufe sich auf mehr als 3,5 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro).
Auch die Nachbarländer Kambodscha, Laos, Birma und Vietnam leiden unter den heftigen Regenfällen. Allein in Kambodscha sollen bisher mindestens 150 Menschen ums Leben gekommen sein.
Quelle: dpa
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