Überflutungen, Unfälle und 140.000 Blitzeinschläge
04.07.2009, 08:11 Uhr
Da hilft auch der Regenschirm nicht mehr viel... (Foto: dpa)
Die schwüle Sommerhitze hat sich am Freitag im Westen und Süden mit schweren Unwettern entladen. Mit heftigen Regenfällen zogen Gewitter über Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern. Teilweise fielen mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Keller, Unterführungen und Straßen wurden überflutet. Einige Straßen mussten gesperrt werden, es ereignete sich zahlreiche Unfälle, die meist glimpflich verliefen. Bei einem Blitzeinschlag auf einem Zeltplatz in der Pfalz wurden fünf Menschen verletzt. Die Autobahn 44 in Düsseldorf musste voll gesperrt werden.
Bei dem Blitzeinschlag im pfälzischen Hauenstein wurde eine Person schwer verletzt. Die Betroffenen gehörten zu einer Gruppe von Erwachsenen und Kindern, die in der Nähe des Schützenhauses von Hauenstein zelteten. Das Technische Hilfswerk räumte die Anlage daraufhin. Durch das Gewitter kam es im Raum Kaiserslautern außerdem zeitweise zum Ausfall von Ampelanlagen und Telefonverbindungen.
Abfahrt zum Flughafen gesperrt
Wegen Überflutung mehrerer Tunnel durch heftigen Regen ist die A 44 in Düsseldorf am Freitagabend voll gesperrt worden. Vom Autobahnkreuz Meerbusch bis zur Ausfahrt Stadion/Messe könne die Autobahn in beiden Fahrtrichtungen nicht mehr befahren werden, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs Straßenbau. Im Bereich der Sperrung liege auch die Abfahrt zum Flughafen Düsseldorf. Dort musste zudem der Flugverkehr für mehr als eine Stunde eingestellt werden.
Straßen überflutet
In Baden-Württemberg wurden durch heftige Gewitter zahlreiche Straßen überflutet. Im ganzen Land mussten Straßen gesperrt werden, teilte das Innenministerium mit. Sie standen unter Wasser oder waren durch Erdrutsche und Matsch blockiert. Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um Keller auszupumpen.
Hagel in Mainz
In Rheinland-Pfalz und im Saarland gab es Überflutungen. In Koblenz liefen einige Unterführungen und Keller voll, außerdem stürzten Bäume auf die Fahrbahn. Die Stadt sei aber noch "einigermaßen glimpflich" davongekommen, teilte die Polizei mit. Auch in der Mainzer Innenstadt goss es wie aus Kübeln, Hagelkörner ließen Rasenflächen winterlich erscheinen. Größere Schäden wurden aber in der Landeshauptstadt nicht gemeldet.
Feuerwehr hat viel zu tun
"Wir haben derzeit richtig viel zu tun", sagte auch ein Sprecher der Berufsfeuerwehr in Saarbrücken. Die häufigsten Einsätze gab es wegen vollgelaufener Keller und überfluteter Straßen in etlichen Orten des Regionalverbands und im benachbarten Saar-Pfalz-Kreis.
140.000 Blitzeinschläge
Bereits am Freitagnachmittag hatten wolkenbruchartige Regenfälle bis über 60 Liter pro Quadratmeter binnen einer Stunde und zahlreiche Blitzeinschläge im Westen und Südwesten gewütet. Der Wetterdienst Meteomedia meldete zudem rund 140.000 Blitzeinschläge in nur sechs Stunden in Deutschland und der nahen Umgebung.