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Ausflug im Freien kann lebensgefährlich sein
29.02.2008, 07:54 Uhr
"Emma" kommt vorbei: Unwetterwarnung für ganz Deutschland (Foto: Meteomedia)Das -Spiel in Cottbus abgesagt, die Stadtwette von "Wetten, dass. ..?" verlegt, die Bahn bundesweit in Alarmbereitschaft versetzt: Das aufziehende Orkantief "Emma" sorgt wahrscheinlich für ein turbulentes Wochenende in ganz Deutschland. Das Unwetter kann mit schweren Gewittern und starkem Regen einhergehen. Wer das Haus nicht unbedingt verlassen muss, sollte zu Haus bleiben, raten Meteorologen und Feuerwehr. Es können Bäume entwurzelt werden und Dachziegel herumfliegen. Ein Spaziergang im Wald oder im Park kann bei so einem Wetter lebensgefährlich sein.
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VideoOrkan "Emma" bedroht Deutschland
Flash-Animation Windstärken auf der Beaufort-Skala
Vom Winde verwehtFußballspiel Cottbus-Stuttgart abgesagt
Im Zeichen des Sturms
"Emma" soll am Samstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde über das Land fegen. Der Orkan erreicht in der Nacht zum Samstag den Norden und wird im Laufe des Vormittags bis in die Mitte und den Süden Deutschlands weiterwandern, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit. "Am Sonntag könnte ein weiterer Tiefausläufer gebietsweise erneut für stürmische Verhältnisse sorgen", sagte Meteorologe Gustav Puhr.
"Lokal so stark wie bei 'Kyrill'"
Die Meteorologen rechnen am Samstag im ganzen Land mit teils schweren Sturmböen und Windgeschwindigkeiten von 120 bis 130 Kilometer pro Stunde. "Lokal kann der Wind so stark wie bei 'Kyrill' werden", sagt Wetterexperte Jürgen Weiß von Meteomedia. Der Orkan hatte im Januar 2007 eine Schneise der Verwüstung durch Europa geschlagen. Damals stürmte der Wind in Düsseldorf und Berlin mit durchschnittlich 140 Kilometer pro Stunde, als Spitzenwert wurden 220 Kilometer pro Stunde gemessen. 47 Menschen starben, elf davon in Deutschland. Versicherer schätzen die entstandenen Schäden auf 3,5 Milliarden Euro.
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Übersicht
Auto lieber stehenlassen
Aus Sorge vor einem zweiten "Kyrill" wurden am Freitag zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Die Polizei forderte die Menschen vielerorts auf, ihre Autos nicht unter Bäumen zu parken. Der Auto Club Europa empfahl, das Auto bei Sturm lieber gar nicht zu benutzen. Auf dem Bodensee sollten zwischen Konstanz und Friedrichshafen keine Katamaran-Fähren fahren. In Dresden wurde eine Demonstration von Gegnern der geplanten Waldschlösschenbrücke abgesagt, in Eisenach ein traditioneller Frühlingsumzug um eine Woche verschoben.
Bahn schaltet Hotline
Die Deutsche Bahn bereitet sich bereits auf mögliche Sturmschäden vor. Mehrere hundert Beschäftigte seien bundesweit in erhöhter Alarmbereitschaft, teilte der Konzern am Freitag mit. Sie sollen sich bei Bedarf "in kürzester Zeit" um Reisende kümmern oder Sturmschäden etwa durch umgestürzte Bäume beseitigen. Für Fahrgäste wurde am Freitag um 16 Uhr die kostenlose Service-Telefonnummer 08000 99 66 33 geschaltet. Dort sind Informationen über eventuelle Störungen zu erhalten, ebenso wie im Internet unter der Adresse www.bahn.de.
"Gefahr für Leib und Leben"
Das für Samstag geplante Bundesligaspiel des FC Energie Cottbus gegen den VfB Stuttgart wurde am Freitag nach einer Platzbesichtigung abgesagt. Nach einer Unwetterwarnung sah die Stadt Cottbus "Gefahr für Leib und Leben" und untersagte als Eigentümer des Stadions den Spielbetrieb, teilte der Verein mit.
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"Wetten, dass..." verlegt Stadtwette
Auch das ZDF reagierte auf "Emma und verlegte für "Wetten, dass...?" die geplante Stadtwette in Halle vorsichtshalber vom Rathausplatz auf ein baum- und dächerfreies Messegelände. Die Veranstaltung wird ohne Zuschauer stattfinden, teilte das ZDF mit.
An der Nordsee besteht Sturmflutgefahr
Sturmflutgefahr an der Nordsee
Spitzenwerte werden diesmal vor allem an der Küste und in den Bergen erwartet. Am Samstagabend besteht an der Nordsee sowie in Hamburg und Bremen die Gefahr einer Sturmflut, so Meteomedia. Richtig austoben wird sich der Orkan im Norden Deutschlands, in Richtung Süden wird er schwächer. Mit dem Orkan breitet sich von Nordwesten teils schauerartig verstärkter Regen über weite Teile des Landes aus. Die intensivsten Niederschläge sind in der Osthälfte sowie in den Alpen und Mittelgebirgen zu erwarten. Die Schneefallgrenze sinkt von anfangs 1000 bis 1500 Meter teilweise bis auf 500 Meter. In der zweiten Tageshälfte trocknet es im Nordwesten und Westen vorübergehend ab, mitunter lockern auch die Wolken auf, einzelne Schauer sind aber weiterhin möglich. Der Wind aus West bis Nordwest lässt nachmittags nur im Westen etwas nach. In Schauer- und Gewitternähe könne es allerdings überall zu Orkanböen kommen. Die Temperaturen steigen auf sieben bis elf, im Südwesten bis auf 13 Grad. Auch am Sonntag kann es noch stürmisch werden.
Quelle: dpa