07.12.2010, 09:54 Uhr
Im schwäbischen Fischach sind wegen des Hochwassers schon Straßen gesperrt (Foto: dpa)
Im Süden Deutschlands herrscht weiterhin starkes Tauwetter, und dazu kommen auch noch kräftige Regenfälle. "Im Südschwarzwald und auf der Schwäbischen Alb sind in den letzten 24 Stunden lokal über 50 Liter pro Quadratmeter gefallen", sagte Lars Dahlstrom von der Meteomedia Unwetterzentrale im Gespräch mit wetter.info. Es gab bereits erste Überschwemmungen.
"Die Temperaturen sind im Süden deutlich im Plusbereich", so der Meteorologe, "Bis zu zehn Grad sind möglich." Die Böden sind allerdings noch gefroren, das Regen- und Schmelzwasser kann daher nicht versickern. "In Baden-Württemberg und Südbayern sind schon kleinere Gewässer über die Ufer getreten", sagte Dahlstrom.
Wie das Bayerische Landesamt für Umwelt mitteilte, wurden im Südwesten des Bundeslandes an den Flüssen Günz, Mindel, Zusam und Paar Feldern und Wälder überflutet. An der Schmutter wurde örtlich die zweithöchste Meldestufe 3 erreicht.
Am Dienstag stiegen wegen der erhöhten Zuflüsse auch die Wasserstände an der Donau an. Die Hochwasserexperten rechneten für den späten Nachmittag mit weiteren Niederschlägen. Die Pegel dürften dadurch noch weiter steigen.
Wegen des Hochwassers fiel im schwäbischen Fischach am Dienstag der Unterricht an der Grund- und Mittelschule aus. Viele Zufahrtsstraßen standen dort unter Wasser und waren selbst für Fußgänger nicht passierbar. Das Schulgebäude sei deshalb nicht gefahrlos zu erreichen gewesen, teilte das Polizeipräsidium Schwaben Nord mit.
Zwar haben die Niederschläge kurzzeitig nachgelassen, am Nachmittag kommt aber bereits neuer Regen auf. Zum Abend hin ziehen die Regenwolken weiter nach Norden, bis ins Saarland und den Odenwald können dann Felder und Straßen überschwemmt werden.
In höheren Lagen, wo noch mehr Schnee liegt, besteht die Gefahr von Schneebruch. Wenn der Schnee, der auf Bäumen liegt, sich mit Regenwasser vollsaugt, kann er zu schwer für die Zweige werden. "Im Schwarzwald können sogar ganze Bäume umstürzen", warnte Dahlstrom. Auch die Dächer von Lagerhallen können unter der Schneelast zusammenbrechen.
Im Hochschwarzwald müssen sich Autofahrer zudem vor Schneematsch in Acht nehmen. "Die Straßen können dort richtig seifig und matschig werden", erklärte Dahlstrom.
Auch in Bayern behindert Schneematsch infolge des Tauwetters den Straßenverkehr. In Bayreuth geriet am Montagabend ein junger Autofahrer auf schneeglatter Straße ins Schleudern und krachte frontal in den Wagen eines 71-Jährigen. Dieser erlag seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus. Auf der A7 bei Bad Windsheim stellte sich Dienstagfrüh ein Fahrzeug quer. Eine 18-Jährige raste mit ihrem Auto in die Unfallstelle und wurde dabei tödlich verletzt.
Gefährlich glatt wird es auch in einem Streifen in der Mitte Deutschlands. Vom Saarland bis nach Thüringen und Sachsen setzt sich mildere Luft durch, die auch hier Regen bringt. Auf dem kalten Boden gefrieren die Tropfen schnell zu Glatteis.
Am Mittwoch wird es wieder kühler. Auf den Straßen bleibt es aber weiterhin gefährlich, denn der Regen geht wieder in Schnee über. "Von Rheinland-Pfalz über Nordrhein-Westfalen und Hessen bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es am Mittwochabend kräftige Schneefälle bis in die Niederungen", so Dahlstrom.
Auch am Donnerstag sind neue Schneefälle zu erwarten, der Schwerpunkt liegt dann südlich des Mains. ""Auch das Sauerland, das Siegerland und der Harz können einiges an Neuschnee abbekommen", sagte der Meteorologe.
wetter.info, ddp, mj
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